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Die Lage der Hausweber im Weilerthal / von Karl Kaerger
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KAPITEL V.

Waldarbeit manchem Weilerthaler einen leidlichen Ycrdienstdurch verschiedene Forst-Wegearbeiten.

Der Umfang der im Weilerthal getriebenen Viehzuchtlässt sich am besten aus den Daten der Viehzählung vomJahre 1883 ersehen, welche in Tabelle III zusammengestelltsind. Die geringe Anzahl von Pferden (in Summa 96) kannhei den ärmlichen Verhältnissen des Thaies und bei der obengeschilderten durch die gebirgige Lage bedingte Art desLandbaues nicht Wunder nehmen.

Von den 96 Pferden des Thaies entfallen 35 auf Weiler,die zum weitaus bedeutendsten Theil dem Transport undnicht ackerwirthschaftlichen Zwecken dienen. Die nächsthöhere Zahl weist Thannweiler mit 14 auf. Dieselben wer-den sich zum grössten Theil wohl in den Ställen der dortigengräflichen Besitzung befinden. Ob dieselbe Ursache die hohePferdeanzahl des nahe gelegenen St. Petersholz bedingt,weiss ich nicht; die Wohlhabenheit dieses Bauerndorfesdürfte aber genug zur Erklärung der 12 Pferde beitragen.In den übrigen Dörfern finden sich meist nur 13 Pferde;in Gereuth, Bassenberg und Steige allein wird diese Zahletwas überschritten.

Die Anzahl der Stück Rindvieh ist 4437, so dass beieiner Zahl von 2939 Haushaltungen auf jede derselben durch-schnittlich 1,5 Stück kommen. Am meisten Rindvieh wirdgehalten in den drei wohlhabendsten Bauerngemeinden Brei-tenbach (435 Stück), St. Petersholz (341) und Erlenbach(328). Ferner in den beiden Gemeinden, die zwar einenstärkeren Procentsatz Weberfamilien enthalten, als die letzt-genannten, deren Bewohner sich aber zum Theil einer ge-wissen Wohlhabenheit erfreuen, Steige (335) und Neukirch(298). Ferner in den drei Gemeinden des südwestlichenZipfels Urbeis (358), Grube (333) und Laach (253), derenausgesprochener Gebirgscharakter zur Pflege der Viehzuchtantreibt; und endlich in Meisengott (328), das uns wie immereine Erklärung über seine Ausnahmestellung schuldig bleibt.Wenn daher auch über Mangel an Rindvieh im Weilerthalnicht zu klagen ist, so könnte die Verwerthung desselbendoch eine intensivere sein.