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Bild von dem Aussehen derselben im Allgemeinen liefern zukönnen.
Fangen wir in Gereuth an.
Da steht ganz oben eine Baracke, ganz aus Holz undohne jegliche Grundlage gebaut, nur an der inneren Seitemit etwas rother Erde beworfen. Ein Haufen Steine an derWindseite aufgethürmt soll ein plötzliches Hinwegfegen derganzen Gebäulichkeit verhüten. Es umfasst nur ein einzigesZimmer, von welchem ungefähr der dritte Theil ungedieltist. In der Mitte ist ein Loch in den Erdboden gegraben,um als Vorrathskaminer für die Kartoffeln zu dienen. Fürgewöhnlich ist es mit einigen Brettern lose bedeckt; sollenKartoffeln geholt werden, so werden diese hinweggenommenund ein Kind springt in die Höhlung hinab. Die eine Wandwird von zwei Betten eingenommen, deren jedes nur 105 cmlang und 96 cm breit, aber doch zur Aufnahme von 4 Per-sonen bestimmt ist. Jede derselben verfügt also über einenRaum von 2520 Quadratcentimeter, als ungefähr nur über1 /4 Quadratmeter. Sonst sehen wir in dem ganzen Raumnichts, als den Webstuhl, einige Wirthschaftsgefässe undallerlei altes Gerümpel, das überall verstreut herumliegt.Tisch und Bank aber suchen wir vergeblich. Die Mahlzeitwird auf einem in einem Winkel liegenden Balken einge-nommen. In früheren Zeiten hat diese Behausung auch alsAufenthal für Kuh und Ziege gedient.
Eine ähnliche Baracke auf der „Gemein“ beherbergteine Mutter mit zwei erwachsenen Söhnen. Hier ist derganze Boden der engen Stube ungedielt. Die Söhne schlafenim Speicher auf lose hingeworfenem Stroh, bedeckt mit einigenalten zerlumpten Tüchern.
Die Höhe verlassend treten wir im unteren Dorfe beiLeuten ein, die für 50 fr. jährlich ein Zimmer gelehnt haben,das 4,60 m lang, 3,85 m breit, an der einen Seite 2,04 mhoch ist, sich aber allmählich bis auf 1,43 m abdacht. Hierhausen acht Personen. Unter der Abdachung steht ein Bettfür die Eltern und ein Kind, und unter diesem Bett befindetsich des Tags über eine sogenannte Ritschbettlade, einhölzerner, etwa 10cm hoher, oben offener Kasten, der des