140
KAPITEL VII.
Breite von 1,20 m erfreuen sich die Bewohner dieser Hütteeines 1,80 m grossen Spielraums nach oben.
Einen Bodenraum aufzuführen war dem genialen Bau-meister viel zu umständlich; so ist denn das Dach der Hütteauch das des Zimmers, und nur ganz vorn an der Thür istdurch eine doppelte Decke eine kleine Lücke für die Regen-schirme geschaffen, welche die Frau, auf den Dörfern um-herziehend, ihrem Mann zum Flicken geholt hat.
Ueber ein Drittel dieses engen Raumes hat bis vorkurzem ein 2,10 m langer und fast die ganze Breite undHöhe des Zimmers ausfüllender Webstuhl eingenommen,denn unser Bretagner hat natürlich auch einmal die Webereiangefangen. Jetzt allerdings ist er des schlechten Verdiensteshalber abgeschlagen, aber beengt ist der Raum immer nochgenug. Unter der Abdachung befindet sich nämlich eineTruhe, ein Kastrole, ein Küchenschrank und schliesslich —man höre und staune — ein Ziegenstall. Mit Reisig undLaub, das aus dem nahen Wald zusammengescharrt ist, hatman dem lieben Vieh eine Lagerstätte bereitet; ob es wohlihm allein als Wolmplatz dienen mag?
An diesen Stall im rechten Winkel unmittelbar an-stossend steht nun das Bett, welches bei einer Länge von1,70 m und einer Breite von 1,10 m bis vor kurzem fünfPersonen und, seitdem die älteste Tochter in den Dienst ge-gangen ist, immer noch 4 Personen als Ruhestätte dient.
Und trotz all dieses Elends keine Unzufriedenheit undVerbissenheit! Vater und Kinder, von denen eines nochdazu eine verkrüppelte Hand hat, ganz froh und wohlgemuth.Eine seltsame Familie.
Mehr geklagt wurde in einem andern auf der Gemeingebauten Hause. Es ist eine Familie von 6 Personen; siesind gerade bei der Mittagsmahlzeit. Und wie nehmen siediese ein? Das Essen steht auf einer ganz niedrigen Bank;rings um diese Bank herum hocken die Kinder, währenddie Eltern auf derselben sitzen, und sich daher bei jedemLöffel Suppe tief hinabbeugen müssen. Also nicht einmaleinen Tisch, denke ich! Doch da sehe ich mich genauer