DIE FAMILIE.
161
Eieser Schluss ist jedoch entschieden falsch. Denn wasdie Kinder mehr kosten, bringen sie regelmässig auch durchihre Arbeitsleistungen wieder ein. Einen Beweis für dieRichtigkeit dieser Behauptung bin ich gleichfalls auf Grunddes in Gereuth und Diefenbach gesammelten Materials zuliefern im Stande. Wäre nämlich die Ansicht, die Armuthsei eine Folge der starken Kindererzeugung, richtig, so müsstenicht nur die Fruchtbarkeitsziffer, sondern vor Allem dieabsolute Anzahl der in jeder Ehe geborenen Kinder mitdem Grade der Armuth parallel gehen. Die folgende Gegen-überstellung der Ivindermengo in jeder Ehe mit der vonden Eltern gezahlten Steuersumme beweist jedoch, dass diesdurchaus nicht der Fall ist.
Zahl der
Es
zahlen von den Familien mit nebenstehender Kinder-
Kinder.
1—5
anzahl jährliche Steuern.MIc. 5-10 Mk. 10—20 Mk.
über 20 Mk.
1—4
9
3
5 -8
10
5 5
3
9—16
6
5
2
1—4
4
In Diefenbach:
3 4
1
CO
6
7 8
3
9-13
2
4
Diese Zahlen zeigen keine Spur eines Parallelismus derKinderanzahl und der Steuersumme. Manchmal findet sogardas umgekehrte Yerhältniss statt. So z. B. ist es erstaun-lich, dass in Gereuth unter den Leuten, die nur 1—4 Kinderhaben, 9 anzutreffen, die nur bis 5 Mk. und 3, die nur bis10 Mk. jährliche Steuern zahlen, während von denen, die5—8 Kinder haben, 13 über 5 Mk. und nur 10 unter 5 Mk.Steuern zahlen. Der gewünschte Beweis scheint hiermit er-bracht zu sein.
In welcher Weise nun die einzelnen Glieder der Familieim Hause beschäftigt sind, ist bereits an anderer Stelle er-zählt worden, im folgenden will ich mich eingehend mit dennicht im Hause der Eltern befindlichen Kindern beschäftigen,
KAERGER, Hauswcber im WeilerUial. 11