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KAPITEL VIII.
wobei, wie ich hoffe, recht interessante Resultate zu Tagegefordert werden sollen.
Nach Tabelle VIII sind aus den sämintlichen Familiendes Weilerthaies 699 Kinder ausser dem Hause ihrer Elternbeschäftigt. Um zu erkennen, einen wie grossen Procentsatzder Weberbevölkerung das ausmacht, müssen wir diese 699Kinder, nach Abzug der in ihrem Heimathsort oder imWeilerthal verbliebenen, der gesummten Weberbevölkerungvon 4400 Seelen hinzuzählen, und die so erhaltene Summe(4847) als Berechnungsbasis annehmen.
Demnach leben von säinmtlicheu zu den WeilerthalerWeberfamilien gehörigen Personen 13,8%, also etwa l /iausserhalb des Hauses ihrer Eltern. Von diesen 699 Kindernsind nun 352, also 50,36 %, männlich und 347, also 49,64%weiblich. Diese Gleichmässigkeit der Vertheilung unter diebeiden Geschlechter halte ich entschieden für ein ungünstigesZeichen. Denn da es dem Manu im Allgemeinen viel leichterfällt, als dem Weibe, auswärts eine Stellung zu finden, sospricht die gleiche Anzahl beider von vornehoroin gegen denTrieb der jungen Leute sich zu vorselbständigen. Einiger-massen gemildert wird dies Verhältnis durch die Thatsache ,dass von den 347 Weibern 180, also 51,87%, durch Ver-heirathung, und nur 167, also 48,13%, durch Ergreifungeines selbständigen Erwerbszweiges ihr Unterkommen ge-funden haben. Rechnen wir die 180 verheiratheten Töchterab, und suchen das Verhältnis der Söhne und Töchter zuder Summe der erstem und der übrigen 167 auswärtigenMädchen, so würden sich die Männer mit 68,62, also mitmehr als %, die Weiber mit 31,38% an der Gesammtzahlder selbständig Erwerbenden betheiligen. Allein es scheintsehr zweifelhaft, ob diese Inverhältnissetzung dem wirklichenLeben entsprechend ist. Denn in den unteren Schichten derBevölkerung steht die Ileirath in wirtschaftlicher Hinsichtder Annahme irgend einer Erwerbsbeschäftigung vollkommengleich, und die Anzahl der Heiraten liefert gleichfalls einenBeweis für den Trieb, das Elternhaus zu verlassen, und fürdie Fähigkeit einer Gegend neue Wirthschaftsgründungen zuermöglichen.