ME FAMILIE.
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Selien wir uns zunächst an, wie sich die auswärtigenKinder hinsichtlich des Aufenthaltsortes, den sie zu ihrerselbständigen Beschäftigung erwählt haben, vertheilen.
Ich habe hier sechs Rubriken unterschieden:
1. den Heimathort;
2. eine andere im Weilerthal belegene Gemeinde;
3. Elsass-Lothringen — was von einem einzigen Fall,in welchem ein Mädchen als Lehrerin nach Saar-burg gegangen ist, abgesehen, mit dem Eisass zu-sammenfällt ;
6. Sonst.
In dieser letzten Rubrik sind erstens zwei ungeratheneSöhne untergebracht, die ihren Eltern fortgelaufen sind, ohnedass diese wussten, wohin. Ferner figurirt hier ein Mädchen,das als Dienstmagd mit ihrer Herrschaft von Frankreich nach Deutschland verzogen ist, und endlich 4 Männer, diein Deutschland ihr Unterkommen gefunden haben. Vondiesen sind zwei Leute auf den badischen Besitzungen einesim Thale ansässigen Grafen beschäftigt, die beiden andernhaben, wie die meisten Weilertlialer, in Hannover gedientund sich nach Ablauf der Dienstzeit dort verheirathet undniedergelassen. Welch bemerkenswerthes Streiflicht wirftdiese Tliatsache auf die politisch-socialen Verhältnisse Elsass -Lotliringens! Von einer Bevölkerung von 4847 Seelen suchengegen 700 Kinder ausserhalb des Elternhauses und gegen500 ausserhalb ihres Ileimathsortes ihr Brod. Sie gehennach Frankreich, gehen bis nach Amerika , aber kein einzigervon ihnen kommt von selbst auf den Gedanken sein Glückim übrigen Deutschland zu versuchen. Nur der Zufall oderfremder Wille ist es, der vier Leute dorthin verschlägt.Zwei von ihnen geben sich einem elsässischen Grafen inDienst und dieser stellt sie in seinen deutschen Besitzungenan. Zwei andere werden gezwungen nach Hannover zugehen, finden dort eine annehmbare Heirathspartie, und nachder von mir im Weilerthal und auch sonst häufig beobachtetenEigentümlichkeit der niederen Schichten der Bevölkerung,
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