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KAPITEL Vlli.
dass dort der Wohnsitz der Frau weit häufiger als der desMannes den Sitz dos Ehemannes bestimmt, gründen sie auchdort ihren Haushalt.
In welch grellem Gegensätze hierzu steht die That-sache, dass von jenen GDI) Kindern 199 d. h. 28,47 °/o sümmt-licherauswärtigen und 39,09%,also beinahe 2 /;» der509 ausser-halb des Heimathsortes beschäftigten Kinder „ins Frankreich gegangen“ sind. Nehmen wir an, dass dieser Trieb in ganzElsass-Lothringen in gleichem Grade stark ist, wie im Weiler-thale, so können wir ungefähr ermitteln, ein wie grosserProcentsatz der elsass -lothringischen Bevölkerung sich vor-übergehend des Erwerbes halber in Frankreich aufhält. DieRechnung kann natürlich nur ein approximatives Resultatergeben. 1 Der für das Weilerthal gesuchte Procentsatz(4400:199) beträgt nun 4,52. Nach der Volkszählung von1883 hat Elsass-Lothringen 1 527 707 Seelen. Davon sind4,52% rund 69 500. Darnach würden also alljährlich gegen70 000 junge Elsass-Lothringer ihre besten Jahre in Frank-reich zubringen, llolfen wir, dass unsere Schätzung über-trieben ist.
Von den 699 Kindern sind ferner 31 nach Amerika gegangen, nicht immer um sicli dort dauernd niederzulassen,sondern um dort gerade wie in Frankreich und Eisass beiandern Leuten in Dienste zu gehen. Diese 31 Kinder bilden4,44% aller Aussenkinder, von allen Ausserortskindorn0,09%, eine Anzahl, die im Hinblick auf den besondersschweren Entschluss, nach Amerika zu gehen, recht beträcht-lich erscheint. Die relativ stärkste Anzahl der Aussenkindernämlich 210, also 30,04 resp. 41,26% haben im Eisass einUnterkommen gefunden. Hierzu sind nicht gerechnet die imeigenen Thal Beschäftigten, welche eine Anzahl von 62, also8,87 resp. 12,19 % ausmachen. Die Gegenüberstellung dieserbeiden Ziffern ist ungemein lehrreich.
1 Sie ist auch insofern ungenau, als wir nicht die Summe der inElsass-Lothringen weilenden Bevölkerung vermehrt um die Zahl
der auswärtigen Kinder zu der letzteren in Vorhällniss setzenkönnen.