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VORWORT.
weit mehr hervor als die der übrigen Uferstaaten. Indessenwird vielleicht diese Behandlung dadurch etwas gerecht-fertigt, dass Preussen weitaus die meisten Interessen andem Gedeihen der Elbschilfahrt hat. In ganz präciserFassung hätte der Titel so gelautet: „Die VerkehrspolitikPreussens in der ‘Kommission zur Organisierung der Elb-schiffahrt’ zu Dresden , 1819—1821.“ Diesen Titel führte
die Arbeit auch, als sie der rechts- und staatswissenschaft-lichen Facultät der Kaiser-Wilhelms-Universität Strassburgzur Erlangung des Grades eines Doctor rerum politicarumim Mai dieses Jahres eingereicht wurde.
Die Abhandlung will der Versuch einer Untersuchungauf dem Gebiete der Handels- und Schiffährtspolitik sein.Ihr Inhalt ist ein doppelter. Ein geschichtlicher: wir lernenein Bild kennen aus einer Zeit des deutschen Wirtschafts-lebens, welche überall die Kennzeichen des Übergangs-zustandes, den Kampf zwischen alten und neuen Anschau-ungen, zeigt und daher noch nicht zu festen Grundsätzenin den einzelnen Zweigen der Politik gelangt ist. Ein volks-wirtschaftlicher: wir erhalten, so hoffe ich, ein Verständnisfür den überaus langsamen Gang der Elbschiffährtspolitik,welcher noch in unseren Tagen fühlbar ist; um ein Wortvon Carl Menger anzuführen: „wir verstehen die Erscheinung,wenn wir den Grund ihrer Existenz und ihrer eigentiim-tümlichen Beschaffenheit (den Grund ihres Seins und ihresSo-Seins) erkannt haben.“
Die Untersuchung dürfte wohl aus dem Grunde mitden gegenwärtigen wirtschaftlichen Zeitfragen in Zusammen-hang stehen, weil mehr denn je vor allen die preussischeRegierung ihre Aufmerksamkeit und Fürsorge der Canal-und Flussschiffahrt widmet und an allen Punkten der Elbe die Interessenten über die höchst ungenügende Lage derElbschiffahrt klagen. Einrichtungen wie Reiheschiffahrt