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Die Regulierung der Elbschiffahrt 1819 - 1821 / von Martin Kriele
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I. ABSCHNITT

höht und unter gerade hier sehr fühlbaren Plackereien undNebenabgaben aller Art eingenommen. Auf dem linken Uferhaben wir alsbald zwei hannoverische Zölle zu entrichten,in Bleckede und Hitzacker . Die alte Vergünstigung, dasssich die Schiffe nur an einem der drei hannoverischen Ämter(das dritte ist Schnackenburg ) zur Zahlung für alle dreiZölle zusammenzu stellen 5 ') brauchten, ist seit 1632, alssie um ein Dritteil erhöht wurden, aufgehoben. Nachdemwir die gefährliche Flussstrecke zwischen Hitzacker 38 ) undDömitz glücklich durchfahren haben, müssen wir in Dömitz den Mecklenburgern noch einen zweiten Zoll zahlen, da hierihr Land mit einem schmalen Streifen an die Elbe tritt.Kurz vor Lenzen betreten wir den brandenburgischen Bodenund haben in dem dortigen Hafen zunächst den LenzenerLizent, einen Zoll, welchen einst Gustav Adolf bei derSchanze von Werben eingeführt und die brandenburgischeRegierung später hierher verlegt hatte, etwas weiter hinaufam sogenannten Zollhaus den Lenzener Zoll (seit 1558) undbald darauf auf dem linken Ufer noch einen hannoverischenin Schnackenburg zu entrichten. Hiermit ist aber für diekurze Strecke noch nicht genug Zoll gezahlt: in Witten-berge haben wir noch zwei Zölle zu entrichten. Der eineist für den preussischen Staat bestimmt und gehörte ur-sprünglich dem in der Westpriegnitz angesessenen Ge-schlecht: Gans, Edler Herr von und zu Putlitz ; der anderegebührt dem Rittergute Ivumlosen im Besitz der Herren vonMöllendorf. 39 ) Hier in Wittenberge findet wegen der preu-sischen Zollgesetze vom 13. März und 8. September 1814 injedem Falle eine umfassende Revision der genannten Schiffs-ladung statt, während sie auf den bereits passirten Ämternbei der Zollzahlung nicht ausgeschlossen war, was ganz vonder mehr oder weniger guten Laune des Einnehmers, d. ii.meist von der Zahlung der für ihn bestimmten Nebenge-bühren abhing. Schon hieraus geht zur Genüge hervor,dass unser Schifter über seine Zeit nicht verfügen kann.Auf der Weiterfahrt hat er königliche Zölle in Sandau , inTangermünde , einst wichtiger Handelsplatz und kaiserlicheResidenz, und in Jerichow zu zahlen. Bei dem weiter ober-