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II. ABSCHNITT
gezeigt, dass in den Flusszöllen noch immer die Idee lag,dass sic eine Besteuerung sind für die Benutzung des Ver-kehrsweges und seiner einzelnen Teilstrecken.
Besondere Schwierigkeiten bereiteten auch hierbei dieHerzoge von Anhalt. Der „Köthener“ ist bereits durchv. Treitschke in seiner ganzen Grösse dem lesenden Deutsch-land bekannt geworden. 85 Hier haben wir es weniger mitihm zu tlmn, als mit dem Verhalten der drei AnhaltinischenRegierungen im allgemeinen; aber auch hier machte dieKöthensche Regierung die meisten Schwierigkeiten.
Die Reduktion der preussischen Zollämter auf 2 hattedie preussische Regierung ebenfalls an die Bedingung desEollanschlusses der drei Anhaltinischen Herzoge an Preussen geknüpft. Vielleicht würde sie auch einen Vertrag, der mehrdie Gestalt des Vereins hat, geschlossen haben. Das warjedoch zunächst ganz ausgeschlossen; und so verlangtePreussen wenigstens die Vereinigung der 4 AnhaltinischenÄmter, welche seit 1674 mit ihren jetzigen Tarifen bestanden,zu einem Gesamtamt, „indem durchaus kein Vorwand er-findlich zu sein scheint, unter dem ein solches Gesamtver-hältnis verweigert werden könne, die ansehnlichsten Stamm-verwandten deutscher Bundesfürsten keinen Anstand nehmen,in sehr viel wichtigeren Angelegenheiten, als eine blosseZollerhebung ist, fortdauernd Gesamtverhältnisse zu unter-halten, und es überhaupt die gemeinsame Pflicht deutscherBundesfürsten sein muss, den gemeinschädlichen Folgen derzu ihren Gunsten bestehenden Zerstückelung Deutschlands durch zweckmässige Vereinigungen entgegen zu wirken.“ 86 )
Jedoch nicht einmal dies war durchzusetzen. Wenndie preussische Regierung so streng und rücksichtslos gegendie Anhaltiner auftrat, so hatte sie ihre guten Gründe: dieanhaltinischen Handelsverhältnisse waren einfach empörend.Ich gehe auf diese Zustände hier etwas näher ein und ver-weise zur Vervollständigung auf die Darstellung Treitschkes,welche zum Teil andere Gegenstände betrifft.
Die anhaltinischen Herzogtümer haben eine ganz eigen-tümliche geographische Lage. Einige Meilen lang fliesstdurch sie, und zwar durch alle drei Herzogtümer, die Elbe.