Druckschrift 
Das landschaftliche Kreditwesen Preussens : agrargeschichtlich und volkswirtschaftlich betrachtet ; ein Beitrag zur Geschichte der Bodenkreditpolitik des Preussischen Staates / von Hermann Mauer
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

32 I. DAS LANDSCHAFTLICHE KREDITWESEN UND DER GROSSGRÜNDBESITZ.

Krafftshagen 1 ) 13 220 Taler,

Schwaraunen u. Borcken 2 ) 26 923

Metgethen 3 ) 14 661

Dazu kamen aber noch die Schädigungen, die die Güterim Jahre 1812 infolge des Durchmarsches der großen Armeeerlitten. Diese betrugen z. B. bei den oben aufgeführten Bej r -nuhner Gütern fast 19 000 Taler. Hierbei sind die Lieferungenan die preußischen und russischen Truppen noch nicht einmalmitgerechnet.

Mit der Bewirtschaftung der Güter war es während derKriegsperiode sehr schlecht bestellt. Den großen Ausgabenstanden daher nur geringe Einnahmen gegenüber. Überallmachte sich ein dringendes Bedürfnis nach Notstandskredit be-merkbar. Die Landschaften, die einzige Kreditquelle der Guts-besitzer während der Kriegszeit, wurden mit Darlelmsgesuchenbestürmt. Selbst als die Pfandbriefkurse bereits stark gefallenund der Landschaftskredit hierdurch sehr verteuert war, gingennoch zahlreiche Beleihungsanträge ein. So hat die OstpreußischeLandschaft in den Jahren 18091811 bei einem Pfandbriefkursvon durchschnittlich 60 % gegen 30 Rittergüter neubeliehen undPfandbriefe in Höhe von ungefähr % Million Taler ausgefertigt.Als aber der Kurs der Pfandbriefe im Jahre 1812 bis auf 33%fiel, veranlaßte die Regierung die Landschaft, ihre Beleihungs-tätigkeit wesentlich einzuschränken 4 ). Diese Maßregel entsprangder Anschauung, daß die Aufnahme von Darlehen, die eine10 %ige Verzinsung erforderten, dem wirtschaftlichen Interesseder Gutsbesitzer zuwiderlaufe.

Auch die Westpreußische Landschaft, die durch die Ab-tretung eines großen Teils ihres Gebietes an das GroßherzogtumWarschau auf das Schwerste erschüttert worden war, sah sichdamals mit Rücksicht auf den niedrigen Kurs ihrer Pfandbriefe, zueiner zeitweiligen Einstellung ihrer Beleihungstätigkeit gezwungen.

) u. 8 ) Strehl, W.: Chronik von Krafftshagen (1905).

3 ) Rühl, Fr.:Verluste eines samländ. Gutes im Jahre 1807. (Altpr.Monats. XXXX.).

4 ) L. A. Königsberg XVI. 64.