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Das landschaftliche Kreditwesen Preussens : agrargeschichtlich und volkswirtschaftlich betrachtet ; ein Beitrag zur Geschichte der Bodenkreditpolitik des Preussischen Staates / von Hermann Mauer
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157
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ERGEBNISSE: I. AGRARGESCHICHTLICHE UND VOLKSWIRTSCHAFTLICHE . 157

ERGEBNISSE.

I. DIE AGRARGESCHICHTLICHE UND VOLKSWIRT-SCHAFTLICHE BEDEUTUNG DES LANDSCHAFTLICHENKREDITWESENS.

Hehr als jede andere wirtschaftliche Tatsache ist dieGrund-besitzverteilung dazu angetan, auf die politische und gesellschaft-liche Gliederung eines Volkes bestimmend einzuwirken. IhreEntwicklung ist daher volkswirtschaftlich von der größten Be-deutung.

Zu den Faktoren, die geeignet sind, die Verteilung desGrundeigentums zu beeinflussen, gehört auch das Kreditwesen.Dieser Tatsache hat man bisher nur wenig Beachtung geschenkt,hauptsächlich wohl deshalb, weil es an den entsprechendenhistorischen Unterlagen fehlte. Eine solche haben wir gewonnen,indem wir die Beziehungen zwischen dem landschaftlichen Kre-ditsystem und der Gestaltung der ländlichen Verfassung in denälteren Teilen Preußens klar legten.

Es ergab sich, daß das landschaftliche Kreditsystem aufdie Verteilung des ländlichen Grundbesitzes seit dem letztenDrittel des 18. Jahrhunderts einen bestimmenden Einfluß aus-geiibt hat.

Die Einwirkungen des Kreditsystems auf die Grundbesitz-verschiebungen erfolgten teils direkt, teils indirekt. Von einerdirekten Einwirkung konnten wir dann sprechen, wenn die land-schaftlichen Kreditinstitute durch Verwaltungsmaßnahmen dieVerfügungsfreiheit der Gutsbesitzer über den Grund und Bodeneinschränkten. Eine derartige unmittelbare Beeinflussung desGrundstückverkehrs hat mehrfach stattgefunden. Das treffendsteBeispiel lieferte uns in dieser Beziehung das von so großem