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Einleitung.
Auch die Ausübung unsrer Kräfte geschieht nachgewissen Regeln, die wir befolgen, zuerst derselbenunbewußt, bis wir zu ihrer Erkenntniß allmäligdurch Versuche und einen langern Gebrauch unfterKräfte gelangen, ja uns am Ende dieselben so geläufigmachen, baß es uns viele Mühe kostet, sie in sdttrscwzu denken. So ist z. B. die allgemeine Grammatik, dieForm einer Sprache überhaupt. Man spricht aberauch, ohne Grammatik zu kennen; und der, welcher,ohne sie zu kennen, spricht, hat wirklich eine Gramma-tik und stricht nach Regeln, deren er sich , aber nichtbewußt ist.
So wie nun alle unsre Kräfte insgesammt; so istauch insbesondre der Verstand bey seinen Handlun-gen an Regeln gebunden, die wir untersuchen können.Ja, der Verstand ist als der Quell und das Vermögenanzusehen, Regeln überhaupt zu denken. Denn sowie die Sinnlichkeit das Vermögen der Anschauungenist, so ist der Verstand das Vermögen zu denken, d. h.die Vorstellungen der Sinne unter Regeln zn bringen.Cr ist daher begierig, Regeln zu suchen, und befriedi-get , wenn er sie gefunden hat. Es frägt sich also,da der Verstand die Quelle der Regeln ist, nach wel-chen Regeln er selber verfahre?
Denn es leidet gar keinen Zweifel: wir könnennicht denken, oder unsern Verstand nicht anders ge-brauchen, als nach gewissen Regeln. Diese Regeln
tön.