Einleitung.
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können Wir nun aber wieder für sich selbst denken,d. h. wir können sie ohne ihre Anwendung oderin sdttracro denken.Welches sind nun diese Regel»?
Alle Regeln, nach denen der Verstand verfahrt?sind entweder nothwendig oder zufällig. Dieerster» sind solche, ohne welche gar kein Gebrauch desVerstandes möglich wäre; die letzter« solche, ohne welcheein gewisser bestimmter Verstandesgebrauch nicht Stattfinden würde. Die zufälligen Regeln, welche von einembestimmten Object der Erkenntniß abhängen, sind fovielfaltig als diese Objecte selbst. So giebt es z. B.einen Verstandesgebrauch in der Mathematik, der Meta-physik, Moral u. s. w. Die Regeln dieses besondern,bestimmten Vcrstandcsgcbrauchcs in den gedachten Wis-senschaften süio zufällig, weil es zufällig ist, ob ichdieses oder jenes Object denke, worauf sich dicfe be-sondern Regeln beziehen.
Wenn wir nun aber alle Erkenntniß, die wir bloßvon den Gegenständen entlehnen müssen, bey Seitesetzen und lediglich auf den Verstandesgebrauch über-haupt rcfi^ctiren: so entdecken wir diejenigen Regelndesselben, die in auer Absicht und unangesehen aller be-sondern Objecte des Denkens schlechthin nothwendigsind, weil wir ohne sie gar nicht denken würden. DieseRegeln können daher auch » priori d. i. unabhängigvon aller Erfahrung eingesehen werden, weil
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