Druckschrift 
Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
32
Einzelbild herunterladen
 

Z2

Einleitung.

lich das Zeugniß der Sinne verwarfen, bey dieser Be-hauptung nothwendig auf viele Subtilitäten verfallenmußten, artete Dialcctik in die Kunst aus, jeden Satzzu behaupten und zu bestreik,!». Und so ward sie einebloße Uebung für die Sophisten, die über alles rai-sonniren wollten und sich darauf legten, dein Scheineden Anstrich des Wahren zu geben, und schwarz, weißzu machen. Deswegen wurde auch der Name S o-pH ist, unter dem man sich sonst einen Mann dachte,der über alle Sachen vernünftig und einsichtsvoll redenkonnte, jetzt so verhaßt und verächtlich, und statt des-selben der Name Philosoph eingeführt.

Um die Zeit der Ionischen Schule stand in Groß-Gricchenland ein Mann von seltsamen Genie auf, wel-cher nicht nur auch eine Schule errichtete, sondern zu-gleich ein Project entwarf und zu Stande brachte, dasseines Gleiche» noch nie gehabt hatte. Dieser Mannwar Pvthagoras zu Samos geboren. Erstiftete nemlich eine Sozietät von Philosophen, diedurch das Gesetz der Verschwiegenheit zu einem Bundeunter sich vereiniget waren. Seine Zuhörer theilteer in zwen^ Klassen ein; in die der A k u s m a t i k e r(«xL^«H-xot), die bloß hören mnßtcn, und die derAkroamatiker («x^«^«H<xot), die auch fragendurften.

Unter seinen Lehren gab es einige exoterischc,die er dem ganzen Volke vortrug; die übrigen waren

geheim