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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
41
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Einleitung.

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kenntniß Eines und desselben Objects in Beyden ver-schieden. Bey den, Einen ist es b lo ße An sch a u u n g,bey dem AndernA nschau u u g und Begr i ff zugleich.

Die Verschiedenheit der Form des Erkenntnissesberuht auf einer Bedingung, die alles Erkennen be-gleitet auf dem Bewußtseyn. Bin ich mir derVorstellung bewußt: so ist sie klar; bin ich mir der-selben nicht bewußt, dunkel.

Da das Bewußtseyn die wesentliche Bedingung allerlogischen Form der Erkenntnisse ist: so kann und darf sichdie Logik auch nur mit klaren, nicht aber mit dunkcln Vor-stellungen beschäftigen. Wir sehen in der Logik nicht:Wie Vorstellungen entspringen; sondern lediglich, wiedieselben mit der logischen Form übereinstimmen.Ucberhaupt kann die Logik auch gar nicht von denbloßen"Vorstellungcn und deren Möglichkeit handeln.Das überläßt sie der Metaphysik. Sie selbst bcschäf.tigct sich bloß mit den Regeln des Denkens bey Vcgrif-fen, Urtheilen und Schlüssen, als wodurch alles Den.ken geschieht. Freylich geht etwas vorher, ehe eineVorstellung Begriff wird. Das werden wir an seinemOrte auch anzeigen. Wir werden aber nicht untersu-chen: Wie Vorstellungen entspringen? Zwar han»dclt die Logik auch vom Erkennen, weil beym Erkennenschon Denken statt findet. Aber Vorstellung ist nochnicht Erkenntniß, sondern Erkenntniß setzt immer Vor-stellung voraus. Und diese letztere läßt sich auch durch-aus nicht erklären. Denn man müßte, was Vor«

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