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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
51
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Einleitu»: g.

Gesetzen des Sinnen - Scheines besteht und folglichnichts weiter als ein allgemeiner Schein ist,'

4) die ästhetische Gewißheit. Dieseberuhet auf dem, was dem Zeugnisse der Sinne zu fol-ge nothwendig ist, d. i. was durch Empfindung undErfahrung bestätiget wird.

Bey den so eben genannten Vollkommenheitenkommen immer zwey Stücke vor, die in ihrer harmoni'fchen Vereinigung die Vollkommenheit überhaupt aus-machen, nemiich: Mannigfaltigkeit und Ein-heit. Beym Verstände liegt die Einheit im Begriffe,bett den Sinnen in der Anschaunng. .

Bloße Mannigfaltigkeit ohne Einheit kann unsNicht befriedigen. Und daher ist unter allen die Wahr-heit die Hauptvollkömmcnhcit, weil sie dcr Oruno der?Einheit ist, durch die Beziehung unsers Erkenntnissesauf das Object. Auch selbst bey der ästhetischen Voll-kommenheit bleibt die Wahrheit immer die conMv iinsyua non, die vornehmste negative Bedingung, ohnewelche etwas nicht allgemein dem Geschmacke gefallet»kann. Es darf daher niemand hoffen, in schone,»Wissenschaften fortzukommen, wenn er nicht logischeVollkommenheit in seinem Erkenntnisse zum Grunde ge-legt hat. In der größten möglichen Vereinbarung deelogischen mit der ästhetischen Vollkommenheit überhaupt

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