Einleitung. 7l
m'ge Bedingung betrifft, ohne welche ein Erkenntnißgar lein Erkenntniß überhaupt seyn würde, wohl un-terschcitttn. — Mit Rücksicht auf dich» Unterschiedzwischen der objectiven, materialcn und dersubjectiven, formalen Beziehung in unserm Er-kenntnisse, zerfallt daher die obige Frage in die zweybesondern:
1) Giebt es ein allgemeines materiales, und
2) Giebt es ein allgemeines formales Criteriumder Wahrheit?
Ein allgemeines materiales Criterium der Wahr-heit ist nicht möglich; — es ist sogar in sich selbst wi-Versprechend. Denn als ein allgemeines für allsObjecte überhaupt gültiges, müßte es von allem Unter-schiede derselben völlig abstrahiren und doch auch zu-gleich als ein materiales Criterium eben auf diesen Un-terschied gehen, um bestimmen zu können, ob ein Er-kenntniß gerade mit demjenigen Objecte, worauf eSbezogen wird, und nicht mit irgend einem Object über-haupt — womit eigentlich gar nichts gesagt wäre —übereinstimme. In dieser Uebereinstimmung einer Er-kenntniß mit demjenigen bestimmten Objecte, woraufsie bezogen wird, muß aber die materiale Wahrheit be-stehen. Denn ein Erkenntniß, welches in AnsehungEines Objectes wahr ist, kann in Beziehung auf andreObjecte falsch seyn. Es ist daher ungereimt, ein all-
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