Druckschrift 
Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
73
Rechtsdrehung 90°Linksdrehung 90° 
  
  
  
  
  
 
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung. 7Z2) der Satz des zureichenden Grundes.

Durch den erstem ist die logische Möglich,keit, durch den letztern die logischc Wirklichkeiteines Erkenntnisses bestimmt.

Zur logischen Wahrheit eines Erkenntnisses ge-Hort nemlich

Erstlich: daß es logisch möglich sey, d. h. sichnicht widersvreche. Dieses Kennzeichen der i n-netlichen logischen Wahrheit ist aber nur negativ;denn ein Erkenntniß, welches sich widerspricht, ist zwarfalsch; wenn es sich aber nicht widerspricht, nicht alle-mal wahr. —

Zweytens, daß es logisch gegründetsey, d. h. daß es ») Gründe habe und d) nicht falscheFolgen habe. —

Dieses zweyte, den logischen Zusammenhang eines

Erkenntnisses mit Gründen und Folgen betreffende Cri«

terium der äußerlichen logischen Wahrheit oder der

Rationabilität des Erkenntnisses ist positiv.

Und hier gelten folgende Regeln: ,

5." - ^' ' ^" ' ' -> >/'-'

,) Aus der Wahrheit der F 0 lge laßt sich auf die

Wahrheitdes Erkenntnisses alsGrundes schlie-ßen, aber nur negativ: wenn Eine falsche Folgeaus einer Erkenntniß fließt, so ist die Erkenntnißselbst falsch. Denn wenn der Grund wahr wäre,

E 5 s»