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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
83
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Einleitung, 8z

wie ein g r o b e r Irrthum ein Irrthum ist, welcher Un^wisstnhcit im gemeinen Erkenntnisse oder Verstoß widergemeine Aufmerksamkeit beweiset.

Irrthum in Principien ist großer als inihrer Anwendung.

Ein äußeres Merkmal oder ein äußererProbierstein der Wahrheit ist die Vergleichung unserereigenen mit Anderer Urtheilen, weil das Subjectivenicht allen Andern auf gleiche Art beywohnen wird,'mithin der Schein dadurch erklart werden kann. DieUnvereinbarkeit Anderer Urtheile mit den unsri-gen ist dcher als ein äußeres Merkmal des Irrthumsund als ein Wink anzusehen, unser Verfahren imUrtheilen zu untersuchen, aber darum nicht so fortzu verwerfen. Deyn matt kann doch vielleicht rechehaben in der Sache und nur unrecht in derManier, d. t. dem Vortrage.

Der gemeine Menschenverstand' (5snlu5 eomM«t»s) ist auch an sich ein Probierstein, um die Fch.ler des künstlichen Verstandesgebrauchs zu ent«/decken. Das h-ißt t sich im D enken, oder imspekulativen Vernunftgebrauche durch den gemeinmVerstand vricntiren, wenn man den gemeine»Verstand als Probe zu Beurtheilung der Richtigkeitdes spekulativen gebraucht.

tz K .Ällgt.'