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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
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97
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Einleitung. 97

Der vierte: mit Bewußtseyn etwas Ken-nen, d. h. Erkennen (cvZnolcere). Die Thierekennen auch Gegenstände, aber sie erkenne»sie nicht.

Der fünfte: etwas Verstehen (-mell-Zero)d. h. durch den Verstand vermöge der Be-griffe erkennen oder concipiren. Dieses ist vomBegreifen sehr unterschieden. Concipiren kann manVieles, obgleich man es nicht begreift» kann, z. B.ein peixetnum mobil«, dessen Unmöglichkeit in der Me-chanik gezeigt wird.

Der sechste: etwas durch die Vernunft erken-nen oder einsehcn (perspicere). Bis dahin ge-langen wir in wenigen Dingen und unsre Erkenntnissewerden der Zahl nach immer geringer, je mehr wir siedem Gehalte nach vervollkommnen wollen.

Der siebente endlich: etwas Begreifen(comxrelienäere) d. h. in dem Grade durch die Ver-nunft oder a priori erkennen, als zu unsrer Absiebt hin-reichend ist. Denn alles unser Begreifen istnur relativ, d. h. zu einer gewissen Absicht hin-reichend, schlechthin begreifen wir gar nichts.Nichts kann mehr begriffen werden, als was derMathematiker demonsirirt, z. B. daß alle Linien imCirkel proportional sind. Und doch begreift ernicht: wie es zugehe, daß eine so einfache Fi-gur diese Eigenschaften habe. Das Feld des Ver-

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