Einleitung.
sich ungereimt, »priori zu meynen. Auch konntein der That nichts lächerlicher seyn, als z. B. in derMathematik nur zu meynen. Hier, so wie in der Me-taphysik und Moral, gilt es: entweder zu wissenoder nicht zu w i sse n. — Mey « nngssachenkönnen daher immer nur Gegenstände einer Erfahrungs-erkenntniß seyn, die an sich zwar möglich, aber nurfür uns unmöglich ist nach den empirische» Einschrän-kungen und Bedingungen unsers Erfahrungsvermogensund dem davon abhängenden Grade dieses Vermögens,den wir besitzen. So ist z. B. der Aether der neuernPhysiker eine bloße Mcynungssache. Denn von dieser,so wie von jeder Meynung überhaupt, welche sie auchimmer seyn möge, sehe ich ein: daß das Gegentheildoch vielleicht könne bewiesen werden. Mein Fürwahr-halten ist also hier objectiv so wohl als subjectiv unzu-reichend, obgleich es an sich betrachtet, vollständigwerden kann.
2) Glauben. — Das Glauben oder dasFürwahrhalten aus ein'em Grunde, der zwar objectivunzureichend, aber subjectiv zureichend ist, bezicht sichauf Gegenstande, in Ansehung deren man nicht alleinnichts wissen, sondern auch nichts meynen, ja auchnicht einmal Wahrscheinlichkeit verwenden, sondernbloß gewiß seyn kann, daß es nicht widersprechend ist,sich dergleichen Gegenstände so zu denken, wie mansie sich denkt. Das Ucbrige hierbey ist ein freyesFürwahrhalten, welches nnr in practischer s xrionGz gcge-