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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
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Einleitung.

lich sind» und apodiktisch endlich: so fernwir Alle wüßten, daß es ein anderes Leben nachdiesem giebt.

Zwischen Meynen, Glauben und Wissen findetdemnach ein wesentlicher Unterschied statt, den wir hiernoch genauer und ausführlicher aus einander setzenwollen.

i) Meynen. Das Meynen oder das Für.wahrhalten aus einem Erkenntnißgrundc, der wedersubjcctiv noch objectiv hinreichend ist, kann als einvorläufiges Urtheilen (tub cou6ilione lu5penllva-,6,inrerim) angesehen werden, dessen man nicht leicht ent-behren kann. Man muß erst meynen, ehe man an-nimmt und behauptet, sich dabey aber auch hüten, eineMeynung für etwas mehr als bloße Meynung zu hal-ten. Vom Meynen fangen wir großtenthcils beyallem unsem Erkennen an. Zuweilen haben wir eindunkles Vorgefühl von der Wahrheit; eine Sachescheint uns Merkmale der Wahrheit zu enthalten;wir ahnen ihre Wahrheit schon, noch ehe wir sie mitbestimmter Gewißheit erkennen.

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- ^ Wo findet nun aber das bloße Meynen eigent-lich statt? In keinen Wissenschaften, welche Cr-kenntnisse ü priori enthalten; also weder in der Mathe-matik, noch in der Metaphysik, noch in der Moral,sondern lediglich in empirischen Erkenntnissenin der Physik, der Psychologie u. dgl. Denn es ist an

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