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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
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103
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Einleitung. 105

Sachen des Glaubens sind also I) keine Gegen-stände des empirischen Erkenntnisses. Der söge-

G 4 nannte

ist zum Handeln, b. i. ein Glaube. Nun bedür-fen wir diesen nicht zum Handeln nach moralischen Ge-sehen, denn die werden durch practische Vernunft alleingegeben; aber wir bedürfen der Annahme einer höchstenWeisheit zum Object unsers moralischen Willens, wor-auf wir außer der bloßen Nechtmäßigkeit unserer Hand-lungen nicht umhin tonnen, unsre Zwecke zu richten.Obgleich dieses objectiv keine nothwendige Beziehungunsrer Willkühr wäre: so ist das höchste Gut doch sub-

- jectiv nothwendig das Object eines guten (selbstmenschlichen) Willens, und der Glaube an die Erreich-barkeit desselben wird dazu nothwendig vorausgesetzt.

Zwischen der Erwerbung einer Erkenntniß durchErfahrung (» xotteriori) und durch die Vernunft(a priori.) giebt es kein Mittleres. Aber zwischen derErkenntniß eines Objects und der bloßen Voraussetzungder Möglichkeit desselben giebt eS ein Mittleres, nemlicheinen empirischen oder einen Vernunftgrund die letztereanzunehmen in Beziehung auf eine nothwendige Erwei-ternng des Feldes möglicher Objecte über diejenige, de-,ren Erkenntniß uns möglich ist. Diese Nothwendigkeitfindet nur in Ansehung dessen statt, da das Object alspraktisch und durch Vernunft praktisch nothwendig er-kannt wird; denn zum Behuf der bloßen Erweiterungder theoretischen Erkenntniß etwas anzunehmen, ist jeder-zeit zufällig. Diese praktisch nothwendige Vor-aussetzung eines Objects ist die der Möglichkeit des höch-sten Guts als Objects der Willtühr, mithin auch derBedingung dieser Möglichkeit (Gott , Freyheit und Un«, sterblichkcit). Dieses ist eine subjective Nothwendigkeit,di« Realität des Objects um der nothwendigen Will.nS-iestimmung halber anzunehmen. Dies ist der c^suü ex-tr»oräin!n-iu5, ohne welchen die practische Vernunft sich

- nicht in Ansehung ihres nothwendigen Zwecks erhaltenko«n und eS kemmt ihr hier 5»vor uecetüc-ilis z>., stat-tn