Druckschrift 
Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
Seite
133
Rechtsdrehung 90°Linksdrehung 90° 
  
  
  
  
  
 
Einzelbild herunterladen
 

Einleitung.

einem solchen Falle ist kein Grund da, narum wirnicht annehmen sollten , daß sich daraus alle möglicheFolgen werden erklären lassen. Wir ergeben uns alsoin diesem Falle der Hypothese, als wäre sie vrllig ge-wiß, obgleich sie es nur durch Induction ist.

Und Etwas muß doch auch in jeder Hypotheseapodiktisch gewiß seyn; nemlich

1) die Möglichkeit der Voraussetzungselbst. — Wenn wir z. V- zu Erklärung der Erdbe-ben und Vulkane ein unterirdisches Feuer annehmen:so muß ein solches Feuer doch möglich fe-m, wenn aucheben nicht als ein flammender, doch als ein hitzigerKorper. — Aber zum Behuf gewisser andrer Erschei-nungen die Erde zu einem Thiere zu machen, in welchemdie Cirkulation der innern Säfte die Wärme bewirke,heißt eine bloße Erdichtung und keine Hypothese auf-stellen. Denn Wirklichkeiten lassen sich wohl erdichten,nicht aber Möglichkeiten > diese müssen gewiß seyn.

2) Die Conscqücnz. --^ Aus dem ange-nommenen Grunde müssen die Folgen richtig h'crfließen/sonst wird aus der Hypothese eine bloße Chimäre.

z) Die Einheit. — Es ist ein wesentlichesCrforderniß einer Hypothese, daß sie nur Eine sey undkeiner Hülfshypothesen zu ihrer Unterstützung bedürfe.— Müssen wir bey einer Hypothese schon mehrere an-dre zu Hülfe nehmen: so verliert sie dadurch sehr vielvon ihrer Wahrscheinlichkeit. Denn je mehr Folgen

I Z aus