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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
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133
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Einleitung.

einem solchen Falle ist kein Grund da, narum wirnicht annehmen sollten , daß sich daraus alle möglicheFolgen werden erklären lassen. Wir ergeben uns alsoin diesem Falle der Hypothese, als wäre sie vrllig ge-wiß, obgleich sie es nur durch Induction ist.

Und Etwas muß doch auch in jeder Hypotheseapodiktisch gewiß seyn; nemlich

1) die Möglichkeit der Voraussetzungselbst. Wenn wir z. V- zu Erklärung der Erdbe-ben und Vulkane ein unterirdisches Feuer annehmen:so muß ein solches Feuer doch möglich fe-m, wenn aucheben nicht als ein flammender, doch als ein hitzigerKorper. Aber zum Behuf gewisser andrer Erschei-nungen die Erde zu einem Thiere zu machen, in welchemdie Cirkulation der innern Säfte die Wärme bewirke,heißt eine bloße Erdichtung und keine Hypothese auf-stellen. Denn Wirklichkeiten lassen sich wohl erdichten,nicht aber Möglichkeiten > diese müssen gewiß seyn.

2) Die Conscqücnz. --^ Aus dem ange-nommenen Grunde müssen die Folgen richtig h'crfließen/sonst wird aus der Hypothese eine bloße Chimäre.

z) Die Einheit. Es ist ein wesentlichesCrforderniß einer Hypothese, daß sie nur Eine sey undkeiner Hülfshypothesen zu ihrer Unterstützung bedürfe. Müssen wir bey einer Hypothese schon mehrere an-dre zu Hülfe nehmen: so verliert sie dadurch sehr vielvon ihrer Wahrscheinlichkeit. Denn je mehr Folgen

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