iz2 Einleitung.
Dieses ist nun insbesondre auch der Fall mit den Hy.pothescn, durch die wir nie zu einer apodiktischenGewißheit, sondern immer nur zu einem bald großembald geringern Grabe der Wahrscheinlichkeit iu unsermErkenntniss.' gelangen können.
Eine Hypothese ist ein Fürwahrhaltcndes Urtheils von der Wahrheit einesGrundes um der Zn länglich keit der Folgenwillen; oder kürzer: das Fürwahrhaltcn einerVoraussetzung als Grundes.
Alles Fürwahrhalten in Hypothesen gründet sichDemnach darauf, daß die Voraussetzung, als Grund,hinreichend ist, andre Erkenntnisse, als Folgen, darauszu erklären. Denn wir schließen hier von der Wahrheitder Folge auf die Wahrhcit dcsGrundes. — Da aberdiese Schlußart, wie ol^en bereits bemerkt worden, nurdann ein hinreichendes Criterium der Wahrheit giebtund zu einer apodiktischen Gewißheit führen kann, wennalle mögliche Folgen eines angenommenen Grundeswahr sind: so erhellet hieraus, daß , da wir nie allemögliche Folgen bestimmen können, Hypothesen immerHypothesen bleiben, das heißt: Voraussetzungen, zuderen völliger Gewißheit wir nie gelangen können. -—-Dcmohngeachtet kann die Wahrscheinlichkeit einer Hypo-these doch wachsen und zu einem Analogon der Ge-wißheit sich erheben, wenn nemlich alle Folgen, dieuns bis jetzt vorgekommen sind, aus demvorausgesetzten Grunde sich erklaren lassen. Denn iu
einem