Einleitung.
ticism, indem er auf alle behauptende Erkenntniß Ver-zicht thut, alle unsre Bemühungen zum Besitz einer Er-kenntniß desGewissen zu gelangen.
So schädlich nun aber auch dieser Skepticism ist;so nützlich und zweckmäßig ist doch die skeptische Me-thode, wofern man darunter nichts weiter als nur dieArt versieht, etwas als ungewiß zu behandeln Und aufdie höchste Ungewißheit zu bringen, in der Hoffnung,der Wahrheit auf diesem Wege auf die Spur zu kom?wen. Diese Methode ist also eigentlich eine bloße Sus-pension des Urthcilens. Sie ist dem crili sch c n Ver-fahren sehr nützlich, worunter diejenige Methohe desPhilosophiercns zu verstehen ist, nach welcher man d.ieQuellen seiner Behauptungen oder Einwürfe unter -sucht, und die Gründe, worunf dieselben beruhen; —eine Methode, weiche Hoffnung giebt, zur Gewißheitzu gelangen.
In der Mathematik und Physik findet der Skepti-cism nicht statt. Nur diejenige Erkenntniß hat ihnveranlassen können, die weder mathematisch noch empi-risch ist; — die rein p h i l o sop h i sch e. — Derabsolute Skepticism giebt alles für Schein aus. Er un-terscheidet also Schein von Wahrheit und muß mithindoch ein Merkmal des Unterschiedes haben; folglich ei»Erkenntniß der Wahrheit vorausfttzcn, wodurch er sichselbst widerspricht. '
Wir bemerkten oben von der Wahrscheinlichkeit,daß sie eine bloße Annäherung zur Gewißheit sep. —
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