iz6 Einleitung.
Alles lauft zuletzt auf das Practi fche hinaus;und in dieser Tendenz alles Theoretischen und aller Spe-kulation in Ansehung ihres Gebrauchs besteht der practi-fche Werth unsers Erkenntnisses. Dieser Werth ist abernur alsdenn ein unbedingter, wenn der Zweck,worauf der practische Gebrauch des Erkenntnisses ge-richtet ist, ein unbedingter Zweck ist. — Der eini-ge unbedingte und letzte Zweck (Endzweck), woraufaller practische Gebrauch unsers Erkenntnisses zuletztsich beziehen muß, ist die Sittlichkeit, die wir umdeswillen auch das schlechthin oder absolutPra-ctische nennen. Und derjenige Theil der Philosophie,der die Moralität zum Gegenstande hat, würde dem-nach practische Philosophie x«r' e'^o^v heißen müs-sen; obgleich jede andre philosophische Wissenschaft im-mer auch ihren practifchen Theil haben, d. h. vonden aufgestellten Theorien eine Anweisung zum practi-fchen Gebrauche derselben für die Rcalisirung gewisserZwecke enthalten kann.
I.