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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
Entstehung
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141
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Erster Abschnitt. Von dm Begrjffm. 141

Anmcrk. 1. Der empirische Begriff entspringt ausden Sinnen durch Vergleichung der Gegenstände derErfahrung und erhalt durch den Verstand bloß dieForm der Allgemeinheit. Die Realität dieserBegriffe beruht auf der wirklichen Erfahrung, wor-aus sie 5 ihrem Inhalte nach, geschöpft find.Ob es aber reine Verstände sb egriffe (con.ceiu»5 pur!) gebe, die, als solche, unabhängig vonaller Erfahrung lediglich aus dem Verstände ent-springen, muß die Metaphysik untersuchen.

2. Die Vernunftbegriffe oder Ideen können gar nichtauf wirkliche Gegenstände führen, weil dicfe alle ineiner möglichen Erfahrung enthalten seyn muffen.Aber sie dienen doch dazu, durch Vernunft in An«

- sehu ig der Erfahrung und des Gebrauchs der Re-geln dcrftlbn! in der größten Vollkommenheit, denVerstand zu leiten oder auch zu zeigen, daß nicht allemögliche Dinge Gegenstände der Erfahrung ftycn,und baß die Principien der Möglichkeit der letztemnicht von Dingen an sich selbst, auch nicht von Ob-jecten der Erfahrung, als Dingen an sich selbst,gelten.

Die Idee enthalt dasUrbild des Gebrauchs desVerstandes, z. B. die Idee vom Wcltganzcn,welche nothwendig seyn muß, nicht als consti-tutives Princip zum empirischen Verstandesge-brauche, sondern nur als regulatives Principzum Behuf des ourchganzigen Zusammenhanges un-

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