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Immanuel Kants Logik : ein Handbuch zu Vorlesungen / [Hrsg.: Gottlob Benjamin Jäsche]
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204
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sv4 I. Allgemeine Elemmtarlehre.'

thetischeSah, dessen conteczuens disjunetiv ist, istderObersah; der Untersatz bejahet, daß das cv»st ^uens(per vmnia membra) falsch ist und der Schlußsatz be-jahet, daß das sntecL^t- falsch sey. reuwtio-ne consecjuentis negztionem snteeeclentls vsletconkeczusntis.)

Anmerk. Die Alten machten sehr viel aus dem Dilem-ma, »nd nannten diese» Schluß coinucuz. Sie wuß-ten einen Gegner dadurch in. die Cnge zu treiben, daßsie alles hersagten, wo er sich hinwenden konnte undihm dann auch alles widerlegten. Sie zeigten ihmviele Schwierigkeiten bey jeder Meynung, die er an-nahm. Aber es ist ein sophistischer Kunstgriff,Satz'e nicht geradezu zu widerlegen, sondern nurSchwierigkeiten zu zeigen; welches denn auch bey vie-len, ja bey den mchresten Dingen angeht.

Wenn wir nun alles das sogleich für falsch erkla'.rcn wollen, wobey sich Schwierigkeiten finden: so istes ein leichtes Spiel, Alles zu verwerfen. Zwarist es gut, die Unmöglichkeit des Gegentheils zu zei-genz allein hierinn liegt doch etwas Täuschendes,wofern man die llnbcgre^flichkeit des Gegen-theils für hie Unmöglichkeit desselben halt.Die Dilemmata haben daher vieles Verfänglichean sich, ob sie gleich richtig schließen.- Sie könnengebraucht werden, wahre Satze zu vertheidigen, aberauch wahre Satze anzugreifen, durch Schwierigkci-ten, die man gegen sie aufwirft.

§. Uo,