Ausgabe 
(4.1.1822) 4
 
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Distrikt nach dem andern bon der Pforte los, und erklärt sich unabhängig. Die I».surreltion begann hier zwischen Alesio und Dcscagino, und dehnte sich von da g«^gen Süden aus.. Zu Petrella ist nun der Hauptsitz derselben , und die verschiede-nen albanesischen Stamme haben zur ^gemeinsamen Vertheidigung, undzurVerabredung der zu treffenden Maaßregeln, Abgeordnete dorthin gesendet. Mit demPascha von Skutari, der im Interesse der Pforte diese Bewegungen hatte verhin-dern sollen, scheinen jene albanesischen Stämme in gutem Vernehmen zu stehen.Wenigstens sind keine Feindseligkeiten zwischen ihnen vorgefallen. Der Paschabenimmt sich mit vieler Klugheit. Er hat alle seine Strcitkräfte zusammen gezo-gen, um sich zu sichern, und um auf jeden Fall gefaßt zu seim. Seine Widersetz-lichkeit gegen die Pforte, die ihn in die Gegend von Janina beordert hatte, umden Oberbefehlshaber Chursid - Pascha zu verstärken, läßt sich aus den neuestenVorfällen leicht erklären, und beweist, daß er die Lage der Dinge besser würdigte,als der Divan, der ihm nach einander verschiedene Befehle zu diesem Marsch er-theilte. In welches Vechältniß er sich nnnmehr mit der Pforte setzen wird, dürftewohl von den Umständen abhängen. Seine Anwesenheit in Skutari mit den dortzusammen gezogenen Truppen kann den Albanesern, wenn sie anders nicht voll-kommen mit ihm einverstanden sind, wohl nicht mit Gleichgültigkeit betrachtet wer-den. Die Montenegriner, mit denen der Pascha von Skutari sonst in so lan-gem Kampf begriffen war, verhalten sich bis jetzt noch ganz ruhig, und haben keineBewegungen gemacht. In dem an Nordalbanien angränzenden Theil von Ma-zedonien , besonders in der Gegend von Skupi, ist die Insurrektion gegen die Pfortegleichfalls ausgebrochen. Man versichert, die dortigen Insnrgentcn haben durchdie benachbarten Serbicr das Versprechen einer wirksamen Unterstützung erhalten,im Fall sie angegriffen werden sollten.

Jamaika , den z. Nov.Die Stadt Carthagena wurde am 5. Okt. den Jndependenten überliefert, undGeneral Navarez zum Gouverneur erwählt. Zu einer von dem Präsidenten Boli-var wahrscheinlich gegen Panama bestimmten Expedition wurden in verschiedenenGegenden der Republik Truppen gesammelt, und es hieß, das Geschwader desLords Cochrane würde den von Bolivar auf Panama zu machenden Angriff unter-stützen. Der berühmte Commodore Aury, der eine so ansehnliche Anzahl spanischerSchiffe gekapert hatte, ist Ende Augusts in Old»Providence gestorben.

Madrid , den 14. Dez.Es ist ein Kurier aus Andalusien angekommen. Seitdem geht das GerüchtVaiasco habe Cordova besetzt, und marschiere mit der Armee von Cadix auf Ma-drid zu, woselbst er mit Mina zusammen treffen will. Niego hält sich ruhig i»Catalonien und scheint zum Frieden zu rathen. Sobald das Volk von dem Be-schlusse der Cortes Nachricht hatte, brachen Geschrey, Zischen, Schwüre, Ver-wünschungen gegen den König, die Cortes, die Minister:c. aus. Die Unordnungstieg aufs Höchste. Man verhaftete mehrere Lärmer; unterdessen dauerte das Ge,löse bis zur Schließung der Thüren fort. Der König gieng nicht nach dem Prado.Unterdessen waren die Besorgnisse nicht ungegründet; als das Vorhaben des Königszur Abreise bekannt wurde, hörte man schreyen, daß man die Fenster seines Wa-gens einwerfen, die Stränge seiner Maulthiere abschneiden, und ihm zum Dablei-ben nöthigen würde. (Hiedurch wird die Sage von einer Nevolutiou entstandenseyn.) Saragossa war der Schauplatz neuer Unordnungen; der Streit hat inder Vorstadt St. Michael angefangen; von Steinen ist man zu Waffen gekommen ;die Milizen und die Bürger haben sich miteinander geschlagen; hingeschickte Truppen,um den Kampf zu beseitigen, wurden angegriffen; sie haben also Feuer gegeben, esgab Todte und Verwundete; die Gährung war aufs Höchste gestiegen. Der Gene-ral Alava that sein Möglichstes, um die Fortschritte des Uebels zu hemmen. Mas