cher von den Türken jener Provinz sehr geachtet wird, und bey Schahsade Moham-med Ali Mirza, Gouverneur von Kermanschah , in hohem Ansehen steht. Einefreundschaftliche, alle Mißhelligkeiten beseitigende Uebereinkunft ward sonach zuStande gebracht, in Folge welcher die beyden Pascha's der Kurden vorerst nichtvon ihren Posten entfernt werden sollen. Abdullah Pascha wird in Sulimanije,und Mahmud Pascha in Koi- Sattschank verbleiben. Keiner derselben kann ohnedie gemeinschaftliche Dazwischenkunst des Pascha von Bagdad und des Statthal-ters von Kermanschah von seinem Posten entfernt, noch abgesetzt werden. DiePerser machten sich verbindlich, das ottomannische Gebiet alsbald zu verlassen, undden auf demselben zugefügten Schaden unverzüglich zu ersetzen. — Spatern Nach-richten zufolge war Mohamed Ali Mirsa erkrankt, und außer Stand gewesen,die Uebereinkunft mit dem Pascha von Bagdad zu unterfertigen; es mußte dießdurch seinen ersten Ministe?bewerkstelligt werden. Dieser Umstand und die unge-wöhnliche Eile, mit welcher die persischen Truppen ihren Rückzug ausführten, ge-währten dem Gerüchte einigen Glauben, daß der Prinz, welcher als der Urheberund die eigentliche Triebfeder der mit der Pforte ausgebrochenen Feindseligkeitenangesehen wird, wirklich selbst mit Tode abgegangen sey. — Denselben Anzeigengemäß hat die Seuche, Cnolera.inorKus genannt, in jenen Gegenden sehr um sichgegriffen, und vorzüglich in Schiras heftig gewüthet. Mehr als 7000 Personen,worunter die Mutter und mehrere Kinder nebst vielen andern Angehörigen, Die-nern und Sklaven des Schahsade Mohammed Ali Mirsa, wurden in wenig Tagendie Beute dieser pestartigen Krankheit. Auch soll dem Vernehmen nach Herr Nich,der achtbare brittische Resident, welcher früher in Bagdad seinen Wohnsitz hatte, einOpfer derselben geworden seyn."
Am 16. Jan. war hier der Mittelpreis der Staatsschuldverschreibuvgenvom Jahre 1816 zu 5 Prozent in Silbermünze 74 Zs-n der iprvzentigen Obliga-tionen --; der Hoftammer-Obligationen vom Jahre 181s zu 2 is2 Pro-zent --; der Wiener Stadt - Bank» - Obligationen zu 2 is2 Prozent 35 is2;
der Curs auf Augsburg 99 iss Uso; Konventions. M. 250; Bankakcien 646 is2;Nothschildische 100 fl. Loose 112; Partialobl. 94; Zertifikate94.
Triest , den s. Jan.Man hatte seit längerer Zeit nichts Neues aus Livadien und Attika erfahren.Die dortigen Gefechte zwischen einzelnen Horden von Barbaren würden wenig Auf-merksamkeit verdienen, wenn sie nicht zur Vollendung des Gemäldes, eines Kam-pfes, dienten, dessenZwcck immer schön und edel scheint, wenn man auch die Grau-samkeit der Kämpfenden mißbilligen muß. Athen und Livadien, die Hauptfestun-gen des Landes, sind in der Gewalt derTürken, die mit ungefähr 2000 Mann dasLand verheeren. Von Theben ist kaum eine Spur mehr vorhanden. Das Kastellvon Lcpanto gehört den Türken. Zu Castri allein halten sich dieTrümmer desgrie-chisch-livadischen Heeres noch. Die Insel Kalouri ist der Sammelplatz einiger an-dern Insurgenten. Die Versuche des Pascha von Negropont, diese Insel einzu-nehmen, mißglückten bisher, weil sie von einigrn Korsaren beschützt wird, und dieTürken durchaus keine Marine haben. — Trotz der Siege des Odysseus besitzendie Griechen in Thessalien keine Plätze von einiger Bedeutung. Ihre Unternehmun-gen gegen Larissa, welches Kastell von 5000 Türken besetzt ist, hatte keinen Erfolg.Ueberhaupt ist der Krieg hier bloß parzicl, keine Partey hat ein ordentliches Heer,und mehrere griechische und türkische Bezirke haben sich zur Erhaltuug ihrer Neu-tralität, gegenseitig Geißeln gegeben. Die Neutralen haben indessen viel von dengriechischen Guerillas zu leiden, die zuweilen ihre Gebirgsschlupfwinkel verlassen,alle ruhige Ortschaften zerstören, und die Einwohner ermorden. Es ist unmöglich,sich eine Vorstellung des gränzenlosen Elends dieses Landes zu machen. DerHan-del hat gänzlich aufgehört, da keine Sicherheit mehr für die Kaufleute da ist, der