Feldbau wird vernachlaßigt, weil es keine Bebaun mehr giebt, und weil Niemantzfür Andere arbeiten will. Die ehemals so blühende Gegend des meistens vonGrie-chen bewohnten Stadtchens Pharsa oder Farsa, ist eine ganz unbewohnteWüste ge-worden. — So lauten die Berichte der Kaufleute, die das Glück hatten, mitVerlust ihres Vermögens, ihr Leben zu retten, und in den Seestädten Italiens Un-ttrstützung bey ihren ehemaligen Handelsfreunden suchen.
Von der moldauischen Gränze, den 7. Jan.
Das Hauptquartier des Grafen Wittgenstein, welches von Tnlcz'in nach Ki-schenoff verlegt werden sollte, war bis zum 4- dieß noch nicht daselbst eingerückt.Die russische Artillerie svil durch die grundlosen Wege gezwungen worden seyn. Haltzu machen. In Jassy legen die Türken große Magazine an, und verschanzen sichlängs dem Pruth. Madrid , den 3. Jan.
Am 27. v. M. führte der König im Scaatsrath den Vorsitz. Die Sitznng warsehr lang, die Herren Earvajal und Ballesteros sprachen mit vielem Nachdruckeüber die gegenwärtigen Umstände; dem ersteren vorzüglich war es beynahe gelungen,den König zu einem Wechsel der Minister zu bestimmen; allein als Se. Majestätden Staatsrath darum befragten, setzte sich die Mehrheit dagegen, und es ist vorder Hand noch nichts entschieden. — Man vernimmt, daß Se. Majestät mehrereAfrancesados zu Mitgliedern der Akademie der schönen Wissenschaften ernannt ha-ben, was Aufsehen erregt. Man will sogar daraus schließen, daß die AbsichtSr. Majestät dahin gehe, mchrel'en Ministern, die zur Zeit des bekannten Ver-trags von Bayonne angestellt waren, das Staatsruder wieder anzuvertrauen.Die Regierung hat am 31. v. M. einen außerordentlichen Kurier erhalten , welcherdie Nachrichttzvon einem am 28. zu Murcia ausgebrochenen Volksaufstande über-brachte. Die obersten Behörden der Provinz wurden abgesetzt, und das Volk er-nannte den Brigadier D. Gregor Piquaro, Oberst des Infanterie-RegimentsMalaga, zum Xefe politico. — Während die Parteyen Spanien in Zwiespalt se-tzen, und der Bürgerkrieg in allen Provinzen ausbricht, dringt Zwietracht bis inden Schooß der Cortes. Es bildet sich, wenn man den französischen Blättern glau-ben darf, in demselben eine mächtige und zahlreiche Partey, welche eine Reformder Konstitutionsakte beabsichtigen, und, nach der französischen Verfassungsurkun-de, die Errichtung zweyer Kammern verlangen, dem Könige das unbedingte Vetobewilligen, ihm die Initiative der Gesetze zurück geben, und die permanente Depu-tation aufheben will. — Die Anzahl und Macht der Insurgenten in Navarra vermehrtsich, und ob sie gleich von den Linientruppen oft geschlagen werden, so gelingt es ihnendoch, sich zu organisiren und das ganze Land in Aufruhr zu bringen. Man glaubt,sie durch die Strenge, womit man sie behandelt, zur Ordnung zurück zu führen.Eine einzige Abtheilung hat 36 Priester, welche mit den Waffen in der Hand er-griffen wurden, erschießen lassen. Der Bischof von Pamplona hatte den GeneratLaridabal gebeten, diese Diener Gottes , die ein unzeitiger Eifer irre geleitet hät-te, mit Menschlichkeit zu behandeln. Der General antwortete, seine Absicht sey,keinem dieser Apostel der Unordnung und Anarchie Pardon zu geben; und wenn erihnen auch Gnade angedeihen lassen wollte, so würde es ihm unmöglich sey», dieWuth seiner Soldaten im Zaum zu halten.
Jrun, den 4. Jan.
Briefe aus Bilbao vom gestrigen Datum sagen: Durch zwey Mönche und ei-nen Pfarrer an der Spitze von etwa 100 schlecht bewaffneten Bauern wären wir am27.V.M. beynahe überfallen worden; unsere Nationalmiliz hielt aber tapfer ^tand,«nd schlug die Empörer zurück, die nach einem Verlust von einem Todten und zweyVerwundeten sich nach Villaro zurück gezogen, wo sich die Insurrektion gebildet hat-tt. Zwey Kompagnien des Regimens Sevilla eilten aus dem Fort St. Sebastianherbey. Sie durchstreifen Biscaya, wo die Insurgenten von allen Seiten fliehen.