Tode) sondern auch das Produkt der Einheit unmittelbar als Erscheinunggegeben 17 )“...
Henri Bergson , der geistvolle Modephilosoph der neueren Zeit, hatviele Ausdrücke zur Bezeichnung des Lebens:
„Das Leben erscheint als ein Strom, der durch die Mittlerschaft eines ent-wickelten Organismus von Keim auf Keim überfließt.“ „Das Leben ist vonUrsprung an die Fortsetzung eines einzigen und selben Impulses, der sichin die verschiedenen Entwicklungsreihen verteilt. Etwas war, das wuchs,etwas, das sich Kraft einer Reihe von Anfügungen entwickelte, die ebenso-viele Schöpfungen waren.“
„Das Leben ist Tendenz“: „Das Leben als Ganzes ist Bewegtheit schlecht-hin.“ „Das Wesen des Lebens liegt in der Bewegung, die es weiterpflanzt.“„Das Leben ist das durch die Materie geschleuderte Bewußtsein“ („la con-science, lancee ä travers la matiere 18 “!).
Bergsons „Leben“ ist der „Wille“ Schopenhauers.
Eine moderne Schuldefinition mechanistischen Gepräges lautet: „DasLeben ist der Zusammenhang und Ablauf der Reaktionen von biologischenOrganismen, von Reaktionen, Funktionen, Prozessen, durch welche ein Orga-nismus (Lebewesen) im fortwährenden, stationären Stoff- und Energiewechselseine Grundform, sein ,Gefüge“, seinen auf inniger Wechselwirkung und Ko-ordination beruhenden inneren Zusammenhang erhält oder immer wiederherstellt, bis die äußeren, zersetzenden Kräfte das Uebergewicht erhalten,die ,Assimilation“ aufhört und Zerfall (Tod) eintritt 19 ).“
Nicht viel neue Erkenntnis wird gewonnen, wenn man das Leben wiederauf lebenerzeugende „treibende und schöpferische“ Kräfte zurückführt.Dann ist man ebenso klug wie vorher. Auch weiß man nicht viel mehr,wenn man dieser „Urkraft“ einen Namen gibt, wie in alten Zeiten vis vitalis,„Lebenskraft“ oder „Bildungstrieb“ (Blumenbach), neuerdings „Horme“•oder ähnlich 20 ).
Ich denke, man wird darauf verzichten müssen, das Wunder selbst inWorte zu fassen. Es gibt „kein Erkennen, welches das Lebendige fassen,begreifen kann“ (Bergsons ganze Philosophie läuft ja im Grunde aufnichts anderes hinaus, als die Richtigkeit dieses Satzes zu erweisen, demer dann selbst zuwiderhandelt); und wird sich begnügen müssen, einige Aus-sagen über bestimmende Umstände des Lebens zu machen, und zwar desmenschlichen Lebens in seiner Besonderheit.
Obwohl wir ein allgemeines Leben, ein Gesamtleben als gemeinsamesLeben alles Lebendigen und ein besonderes Leben als vollendete Einheit eines■einzelnen unterscheiden können, so muß doch als wichtige Tatsache fest-gestellt werden, daß das Leben nur als besonderes Leben in die Erscheinung