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her gehören die Gesangs-, Sprech-, Yoga-, Fakir-, Tanz-, Box-, Ring-,Liebes-, Geschäftstechnik, aber auch die Nautik, die Kriegstechnik ohneAnwendung sachlicher Hilfsmittel usw.
Oder aber die Mittel, die die Menschen anwenden, um ihre Zwecke zuverwirklichen, bestehen in bestimmten Sachdingen, „Instrumenten“, derensie sich bei der Durchführung ihrer Zwecke bedienen. In diesem Falle-können wir von Instrumentaltechnik oder Sachtechnik (materialer Tech-nik) reden.
Nach den Zwecken unterschieden gibt es so viel Techniken als Zwecke.Wir gliedern diese nach den verschiedenen Kulturbereichen und innerhalb'der einzelnen Kulturbereiche nach den verschiedenen Zweckbereichen,Danach gibt es also Kriegstechnik, ärztliche, wissenschaftliche Technik,,Kunsttechnik, Wirtschaftstechnik, Transport- (Reit-, Fahr-, Schiffahrts-,Flug-) Technik usw. Wohl in jedem Zweckbereiche werden Organtechnikund Instrumentaltechnik nebeneinander angewandt.
Wenn wir das Wort Technik ohne besondere Kennzeichnung verwendenund etwa von dem „Stande der Technik“ zu einer bestimmten Zeit sprechen,so denken wir Westeuropäer an die Instrumentaltechnik (die wir im Gegen-satz zu den östlichen Völkern pflegen), und zwar sowohl an die Technik 1 ,mittels derer wir fertige Sachdinge zu bestimmten Zwecken (z. B. zumFliegen) nützen als an die Technik, die zur Erzeugung von Sachdingendient. Wir können diese, die Produktions- oder ökonomische (Sach-)Technik als primäre Technik, alle anderen (Instrumental-) Techniken alssekundäre usw. bezeichnen. Ausschließlich die Produktionstechnik ent-scheidet darüber, wie sich die Technik der Kriegführung oder die Flug-technik gestaltet; denn sie liefert erst die Instrumente, deren sich jeneTechniken bedienen. Der Bau von Kanonen, die Herstellung rauchfreienPulvers, die Konstruktion von Kriegsschiffen; oder aber: die Erfindung derExplosionsmotoren, die Herstellung so leichten Metalls wie Aluminium oderbesonderer Seidengespinste schaffen erst die Möglichkeit, Krieg zu führenoder Lasten schwebend in der Luft zu bewegen.
Mit einem gewissen Rechte hat man der Technik eine besonders hoheBedeutung für das Menschendasein beigemessen: in der Tat ist die Technikdas Allmittel zum Aufbau der Kultur, diese hat die Technik zur notwen-digen Voraussetzung. Deshalb kann man sagen: die Menschen sind Men-schen, weil sie Technik haben. Insbesondere der Instrumentaltechnik hatman die Funktion der Menschenschöpfung zuzuschreiben. Dieser Gedankeliegt besonders nahe für alle diejenigen, die den Geist mit der „Intelligenz“gleichsetzen. Für sie treten von den Handlungen, die sie als „intelligente“bezeichnen, alle diejenigen in die erste Reihe, die Zeugnis von einem