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„Werkgedanken“ (pensee de fabrication) wie Bergson es bezeichnet,ablegen: „l’intelligence vise d’abord ä fabriquer.“
„Was den menschlichen Intellekt anbetrifft, so ist nicht genügend be-achtet worden, daß erstens die mechanische Erfindung sein Grundvorgehengewesen ist; daß heute noch unser soziales Leben den Schwerpunkt auf dieVerfertigung und Ausnutzung künstlicher Werkzeuge legt, und daß endlichdie Erfindungen, die die Wahrzeichen am Wege des Fortschritts sind,diesem Weg auch die Richtung vorgezeichnet haben.“
Oder, um denselben interessanten Autor noch einmal zu Worte kommenzu lassen:
„Si nous pouvions nous depouiller de tout orgueil, si, pour definir notreespece, nous nous en tenions strictement ä ce que l’histoire et la prehistoirenous presente comme la caracteristique constante de l’homme et de l’intelli-gence, nous ne dirions peut-etre (!) pas Homo sapiens, mais Homof a b e r.. .“ 4 «)
Also: der Mensch ist homo faber, ist Mensch, weil er Werkzeuge macht;ist „a tool making animal“ (Franklin). Das ist gewiß einseitig. Aberes ist richtig: die Werkzeugnutzung — wir können allgemein sagen: derBesitz der Technik — ist ein Wesensmerkmal des Menschen, das ihn scharfvom Tiere scheidet. Diesen klaren Sachverhalt verwischte erst wiederdas unheilvolle 19. Jahrhundert, indem es sich auf den Gedanken versteifte,daß auch die Tiere Werkzeuge hätten. Es war das einer der Schritte zurVermenschlichung der. Tiere, denen man eine Eigenschaft des Menschennach der anderen zuerkannte: erst die Sprache, dann die Werkzeugnutzung,bald die Kunst, die Gesellschaftlichkeit und was sonst noch. Damit hoffteman seinem Ziele: der Animalisierung oder Vertierung des MenschenSchritt vor Schritt näher zu kommen. Nun ist aber der Gedanke, daß dieTiere Werkzeuge nutzen ebenso abwegig wie der Gedanke, daß sie Sprachehaben.
Prüfen wir die Beweise, die für die WerkzeugnutzungderTierebeigebracht sind!
Wir begeben uns zu diesem Zwecke zu den Affen, und zwar zu derjenigenGruppe unter ihnen, die den suggestiven Namen „Menschenaffen“ erhalten haben:Gorilla, Oran , vor allein Schimpanse, von denen der alte Brehm sagte, daß siesich „im Umgänge (!) mit den Menschen zwar der höheren Begabung und Fähig-keit unter (ordnen) (!), im Umgang mit Tieren aber ... ein ähnliches Selbstbewußt-sein (!) wie der Mensch (bekunden)“, sofern eie sich „für besser, für höher-stehend (!) als andere Tiere, namentlich als andere Affen“ halten.
Diesen Edelgeschöpfen haben die Menschen immer ein besonderes Interesseentgegengebracht, sei es aus Sympathie, die eigentlich unverständlich ist an-