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Vom Menschen : Versuch einer geistwissenschaftlichen Anthropologie / Werner Sombart
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Das Werk von Friedmund von Arnim: Das erkennende wie schöpfe-rische Sichbewußtwerden ist die einzige besondere nur menschliche Seelen-«igenschaft der sonst tierischen Seele des Menschen usw. (1870) bezeugt durchseinen Titel die richtige Einstellung des Verfassers, der im übrigen sich alsSektierer und Verkünder einerNeuen Heilslehre erweist.

A. Dulk, Tier oder Mensch? Ein Wort über Wesen und Bestimmung desMenschen. 1872.Derjenige Organismus, welcher sich selbst erkenntund damit zum ,Geist' wird, ist erst der Mensch, der allein von den Erdwesendie Gedanken zu Werten, zu Weltbildern im Geiste ausgebildet hat (S. 148).

K. C h. Planck, Anthropologie und Psychologie auf naturwissenschaftlicherGrundlage. 1874. Das Seelenleben hat drei Stufen: 1. das unmittelbar sinn-liche (Teil-) Bewußtsein; 2. das sinnliche (Total-) Bewußtsein; 3. das unsinn-liche reine Selbstbewußtsein, das ist derGeist. Dieser ist nicht ein Produktdes organischen Prozesses, aber seine Tätigkeit vollzieht sich nur mittelsdes-selben (S. 46).

Eine besonders gute Note verdient das kuriose Büchlein von E m a n.Ja e sehe, Seele und Geist in streng wissenschaftlicher Auffassung. 1893.Seine Unterscheidung zwischen Seele und Geist ist durchaus treffend. Er nenntSeele das einfache Bewußtsein, das auch die Tierwelt hat; Geist das Selbst-bewußtsein, das der Menschenwelt eigen ist, wobei ich nur den unglücklichenAusdruckBewußtsein beanstanden würde.

Ich nenne noch aus dieser trüben Zeit ein sehr beachtliches französischesBuch, das dieselben Gedanken wie die genannten deutschen Werke verficht:Ed. Fournie, Essai de Psychologie. La bete et lhomme. 1877.

Les betes nont point däme, par la raison bien simple que cela seul quiconstitue 1äme nest pas en elles. Läme, en effet, est quelque chose deconscient, de libre et de raisonable; en dehors de ces conditions, läme na passa raison detre.

Les animaux nont ni con Science intelligente, ni 1 i b e r t e , niraison, car ils ne possedent pas de notions intelligentes et ilssont prives de langage; par consequent, ils nont pas däme...

Läme humaine... est... äme, parce quelle a accumule, sous forme dae-quisition, un nombre considerable de notions et daetes.

Man sieht: es blieb uns wirklich nichts Neues zu sagen übrig: sogar dasAkt-Zentrum als Definition des Geistes w'ar schon da.

Im ganzen genommen, hat die französische Philosophie des 19. Jahrhunderts,Im Vergleich mit der deutschen, sich wacker gegen die Anstürme des Animalimusgehalten, dank wohl nicht zuletzt dem segensreichen Nachwirken des Des-«artes sowie auch der naturalistischen Extravaganzen des 18. Jahrhunderts,die, wie wir wissen, in Frankreich besonders groß waren. Man hat die fran-zösische Philosophie, wie mir scheint, nicht mit Unrecht alsPhilosophie desfreien Willens bezeichnet und dabei an den Zentralbegriff der Personnalitebei Renouvier, an den Contingeance-Begriff bei Boutroux , an den derEnergie spirituelle cröatrice bei Bergson und der Idöe-force bei F o u i 11 egedacht.

Ich kann diese Übersicht über die hoministischen Zeugnisse im 19. Jahrhundertnicht abschließen, ohne die erfreuliche Feststellung gemacht zu haben, daß