Dagegen möchte ich zum Abschlüsse dieses Abschnittes noch einige Pro-bleme allgemeineren Inhalts wenigstens flüchtig berühren.
Vielleicht ist es dem aufmerksamen Leser aufgefallen, daß ich an ver-schiedenen Stellen statt von den Wandlungen des Menschenbildes von denWandlungen der wissenschaftlichen Methode gesprochen habe. Das istnicht ohne Absicht geschehen. Ich glaube, daß eine starke Wechsel-wirkung zwischen Methode und Menschenbild besteht.Sie ist zwar nicht denknotwendig, aber sie ergibt sich leicht. Wer natur-wissenschaftlich zu denken gewohnt ist, das heißt also — um es auf einekurze Formel zu bringen — wer eine Erscheinung als Elementarzusammen-hang zu erfassen und die beobachteten Elemente auf „Gesetze“ zu bringenbestrebt ist, wird verführt sein, die Grenze zu überschreiten, die solchemVerfahren gesteckt sind. Ein Gebiet aber, das jenseits dieser Grenze liegt,ist das Geistige. Deshalb wird der naturwissenschaftlich Denkende geneigtsein, ein solches Gebiet überhaupt in Abrede zu stellen, damit er mit seinenMethoden den Gesamtumfang der Probleme bewältigen könne.
Die umgekehrte Einwirkung: des Menschenbildes, das jemand hat, auf dasVerfahren, das er anwendet, liegt noch deutlicher zutage.
Die Frage nach der Richtigkeit der einen oder der anderen Auffassungdes Hominismus und des Animalismus — ist, wie ich hoffe, durch die ge-samte Darstellung dieses Buchteiles in dem Sinne beantwortet worden, daßdie Verkennung der Spezifizität des Menschen, wie sie sich der Animalismuszuschulden kommen läßt, eine Verirrung des menschlichen Denkens ist.Dabei möchte ich vor dem Irrtum warnen, als ob es sich hier etwa um eineweltanschauliche Stellungnahme handle, über die niemand vor dem Forumder Vernunft Rechenschaft abzulegen verpflichtet ist. So liegt die Sacheganz und gar nicht. Vielmehr handelt es sich bei dem Gegensätze vonHominismus und Animalismus um eine ganz schlichte Frage des „richtig“oder „falsch“, die mit den Mitteln der „positiven“ Wissenschaft restlos be-antwortet werden kann. Wer nicht einsieht, daß der Menschein Geschöpf sui generis, besonderer Art ist, das ausdem Naturganzen herausfällt und seine besonderenBahnen wandelt, befindet sich ganz einfach im Irrtum.Er kann sich ganz und gar nicht auf die Position seiner besonderen Welt-anschauung zurückziehen, sondern muß dem Gegner Rede und Antwortstehen. Er muß sich auch, wenn er guten Willens und zu der richtigenErkenntnis befähigt ist, durch Gründe von seinem Irrtum überzeugen lassen.Solche Gründe, die für die Menschlichkeit des Menschen sprechen, enthältdieses Buch, wie mir scheint, in Hülle und Fülle.
Wenn Pascal den esprit humain „un sujet incapable d’ordre“ nannte,