keit bestimmt: Eukolos ist der Hoff er, Dyskolos der Verzweifler, wie Goethe -die griechischen Ausdrücke verdeutschte; jener der Mensch leichten Sinns, dieserder schweren Sinns.
Schopenhauer liebte diese Bezeichnungen und legte ihnen folgendenSinn unter: „Dieser Unterschied läßt sich zurückführen auf die bei verschiedenenMenschen sehr verschiedene Empfänglichkeit für angenehme und unan-genehme Eindrücke, infolge welcher der eine noch lacht bei dem, was den andernfast zur Verzweiflung bringt; und zwar pflegt die Empfänglichkeit für angenehme-Eindrücke desto schwächer zu sein, je stärker die für unangenehme und um-gekehrtusw. Lebensweisheit in Parerga 1 (1878), 345. L. Klages, der
ebenfalls diese Kategorien bevorzugt, zählt folgende Eigenschaften der beidenMenschenarten auf:
Eukolos
Euphoriker
anlagegemäße Heiterkeit
Bewegungsreichtum
Ausgiebigkeit
Eile
Nachdruck
Mittelpunktsflüchtigkeitrhythmischer AblaufUngewußte Bereitschaft zum Frohmutbringt mit sich:HoffnungsgläubigkeitUnternehmungsgeistZuversicht
Unterschätzung der SchwierigkeitenGlaubt an den Erfolg
D y s k o 1 o s
Depressiv
Gedrücktheit
Bewegungskargheit
Unausgiebigkeit
Langsamkeit
Spannungslosigkeit
Zentripetalität
Ungewußte Bereitschaft zum Unmutbringt mit sich:
FurchtgläubigkeitBedenklichkeitVorsichtEngherzigkeitRechnet mit Mißlingen
Wissenschaft vom Ausdruck 5 (1936), 224/25.
L. Rieß , der in seiner Historik (1912), 107ff. den Gegensatz von Eukolosund Dyskolos an den. Anfang seiner Lehre von den Grundhaltungen stellt, hatdas Verdienst, die Gültigkeit der Kategorien an einer Reihe historischer Persön-lichkeiten nachgewiesen zu haben. Er führt als Eukoloi beispielsweise an:Bismarck, Themistokles, Alkibiades, Cäsar, Karl XII., Napoleon I ; als Dyskoloi:Friedrich Wilhelm III., York von Wartenberg, Hamlet , Friedrich M.
In enger Verwandtschaft mit unserm Gegensatzpaare steht die Gruppierungnach gesteigertem und herabgesetztem Ich-Gefühl, die R. Müller-Freien -f e 1 s bevorzugt.
Zur besonderen Beliebtheit als Ordnungsprinzip in der Gegenwart ist gelangtein Gegensatz, den ich als den von Natur- und Geistmenschen be-zeichnen möchte. Es ist folgender:
Naturmenschwächst aus der Natur herausist mit der Natur verwurzeltist „organisch“ mit der Natur ver-bunden
instinkthaft, gefühlsträchtig
Geistmenschist in die Natur hineingesetztist im Geiste verwurzeltist „mechanisch“ mit der Natur ver-bunden
reflexiv, intellektuell