lebt i n der Welt und mit der Weltin Harmonie■paßt sieh anwird mit allem fertigharmonisch
hat intime Sachbeziehung
Anschauung
Wirklichkeitsnahe
hat vorwiegend sympathische Sozial-gefühle
hat Beziehung zum einzelnen, also zuMenschenkasuistischvielseitig
lebt gegen die Welt in einer stetenSpannung zu ihrpaßt sich nicht anstößt überall auf Widersprüchedisharmonischhält Distanz zur WeltBegriff
Wirklichkeitsfernhat vorwiegend aggressive Sozial-gefühle
hat Beziehung zum allgemeinen, also’zur Menschheitgenerischeinseitig
Man kann diese beiden Veranlagungen auch in einen leiblichen Rahmen stellenund sie als den Gegensatz zwischen fleischigen und knochigen Menschen be-trachten, kann in ihnen die „fetten Griechen“ und die „hageren Nazarener“ er-blicken, wie sie vor langer Zeit ein geistreicher Spötter genannt hat.
Oder stoßen wier hier gar auf die Ausläufer der beiden Ur-Rassen der Mensch-heit: der Bauch-Rasse und der Brustrasse? des Neanderthalers und des Aurignac-und Cromagnon-Menschen? Vgl. das 24. Kapitel.
Daß dieser Gegensatz schon im Altertum beobachtet worden ist, lehrt uns z .B.die Klimatheorie des Hippokrates, von der ich im 26. Kapitel I sprechenwerde. In der neueren Zeit taucht er ebenfalls sehr früh auf.
In voller Reinheit wird er herausgearbeitet von Shakespeare in denWorten, mit denen er Caesar den Cassius als Begleiter ablehnen läßt:
„Laßt wohlbeleibte Männer um mich sein,
„Mit glatten Köpfen und die nachts gut schlafen.
„Der Cassius dort hat einen hohlen Blick;
„Er denkt zu viel: die Leute sind gefährlich.“
Caesar war eben, bemerkt dazu Fontane , ein Menschenkenner und wußte,daß Dinge, wie Behaglichkeit und Umgänglichkeit eigentlich nur beim Embon-point sind.
In verschiedener Färbung taucht dann der Gegensatz auch in der Wissen-schaft auf.
So bei dem Zeit- und Volkgenossen Shakespeare: Fr. Bacon, derdie trockenen, kalten Unterscheidungsmacher und die warmen, erhabenenPaarer neuer Gedanken und Bilder gegenüberstellt (Herder). Pascal sprichtvon den „deux sortes d’esprits, l’un de pönetrer vivement et profondement les•consequences des principes — l’esprit de justesse; l’autre de comprendre ungrand nombre de principes Sans les confondre —- l’esprit de göometrie“ (ib.).Herder unterscheidet die Menschenart, je nachdem die Innigkeit oder dieAusbreitung ihr Wesen bestimmt. Vom Erkennen und Empfinden der mensch-lichen Seele (1778). Zweiter Versuch III. Schiller erhebt den Gegensatz inseiner Abhandlung über naive und sentimentale Dichtung zur Klassizität.
Im ganzen 18. Jahrhundert spielte unser Gegensatz, namentlich auch in seinerleiblichen Gestalt, in der Klima-Diskussion (über diese spreche ich im 26. Ka-pitel) eine große Rolle.