Edeln an die Ewigkeit und Unvergänglichkeit seines Werkes die Gewährzu leisten vermöchte? Offenbar nur eine Ordnung der Dinge, die er fürselbst; ewig und für fähig, ewiges in sich aufzunehmen, anzuerkennen ver-möchte. Eine solche Ordnung aber ist die, freilich inkein emBe griffezu erfassende, aber dennoch wahrhaft vorhandene, besondere geistigeNatur der menschlichen Umgebung, aus welcher er selbst mit allem seinemDenken und Tun, und mit seinem Glauben an die Ewigkeit desselben her-vorgegangen ist, das Volk, von welchem er abstammt und unter welchemer gebildet wurde und zu dem, was er jetzt ist, heraufwuchs... Dies nun istin höherer vom Standpunkt der Ansicht einer geistigen Welt überhauptgenommener Bedeutung des Wortes, ein Volk: das Ganze der in Gesellschaftmiteinander fortlebenden, und sich aus sich selbst immerfort natürlich undgeistig erzeugenden Menschen, das insgesamt unter einem gewissen beson-deren Gesetze der Entwicklung des göttlichen aus ihm steht. Die Gemein-samkeit dieses besonderen Gesetzes ist es, was in der ewigen Welt und ebendarum auch in der zeitlichen, diese Menge zu einem natürlichen und vonsich selbst durchdrungenen Ganzen bindet... Der Glaube des edlen Men-schen an die ewige Fortdauer seiner Wirksamkeit auch auf dieser Erde (!),gründet sich demnach auf die Hoffnung der ewigen Fortdauer des Volks,aus dem er selber sich entwickelt hat und der Eigentümlichkeit desselben,nach jenem verborgenen Gesetze... Diese Eigentümlichkeit ist das ewige,dem er die Ewigkeit seiner selbst und seines Fortwirkens anvertraut, dieewige Ordnung der Dinge, in die er sein ewiges legt...“ (Achte Rede an diedeutsche Nation.)
Dieser Vorstellung vom Volk entsprachen dann die Kategorien, mit deneninan, bemüht war, das Wesen des Volkes zu ertasten. Sie sowohl wie dieIdee des Volkes selbst in der romantischen Fassung sind heute noch — inder deutschen Gegenwart, die eine romantische Renaissance erlebt, mehrdenn je — im Schwange, weshalb es nicht überflüssig ist, sie sich immerwieder zu vergegenwärtigen.
Die wichtigsten Kategorien der Volksmetaphysik sind aber folgende:
1. Volksseele: es gibt außerhalb der Einzelpersonen Seele; dasVolk hat eine Seele;
2. Organismus: Volk als Ganzes, meint man, ist ein wirklicheslebendiges Wesen, die Einzelmenschen sind nur die für unsermenschliches Bewußtsein erkennbaren einzelnen Ausdrücke diesesgeheimnisvollen Gesamtwesens. Volk ist also nicht nur eine Summevon Individuen, sondern ein Organismus — “eine naturhaft ge-wachsene Einheit, wie der Baum, das Korallenriff, der Bienen-