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Vom Menschen : Versuch einer geistwissenschaftlichen Anthropologie / Werner Sombart
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muß; demzufolge könnte man z. B. sagen: der Engländer sei größer als derFranzose und der Italiener..

Nur soll man nicht den großen Irrtum begehen, dessen sich Queteletschuldig machte und diesenmittleren Menschen gleichsetzen mit demWunschbild des Schönen und Guten in einem Volke, wir würden heutesagen mit dem Ideale oder (ungenau) dem Idealtypus dieses Volks. Dassind zwei gänzlich verschiedene Dinge.

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Seltsam: es gibt immer noch Leute, auch unter den Gebildeten, die eineförmliche Scheu vor statistischen Ziffern haben, zumal wenn diese inTabellenform erscheinen. Während sie sie eher lieben sollten. Denndiese Ziffern sind doch im Grunde der interessanteste Teil sehr häufigder einzige interessante Teil jeder empirischen Darstellung, die sie alleinaus dem Halbdunkel mehr oder weniger verschwommener Wortkunst indas helle Licht der Faktizität zu rücken vermögen. So erscheinen mir auchdie folgenden Zahlenangabpn über einige Bevölkerungsverhältnisse der Be-achtung durchaus wert, und ich bitte den Leser, ein klein wenig seine Auf-merksamkeit ihnen zu widmen. Ich werde nur die wichtigsten Ziffern mit-teilen.

Zunächst und vor allem möchten wir erfahren, wie viel Menschendenn überhaupt auf der Erde leben. Diese Frage beantwortetin einwandfreier Weise eine Zusammenstellung in der ZeitschriftWirt-schaft und Statistik (November Heft 1937) wie folgt: die Bevölkerung derErde betrug um das Jahr 1936 unter Berücksichtigung der Ergebnisse derin den letzten Jahren durchgeführten Volkszählungen und Berechnungen2116 Millionen.

Von der Erdbevölkerung entfielen auf Asien mehr als die Hälfte(1162 Milk), auf Europa ein Viertel (526 Mill.) und auf Amerika ein Achtel(226 Mill.).

Was wir weiter wissen möchten, ist dieses: ob die gesamte Erdbevölke-rung im Laufe der Zeit sich vermehrt oder vermindert hat?

Die Ziffern dafür teile ich in einem andern Zusammenhänge mit: sieheunten Seite 326 ff.

Nun zu den Besonderheiten bei den einzelnen Völkern! Zunächst einpaar Ziffern, aus denen sich die natürliche Gliederung, die innereStruktur, die Zusammensetzung der Bevölkerung in den verschiedenenVölkern erkennen läßt.

Unterschiede ergeben sich zunächst in der Verteilung der Ge-schlechter. Für die überhaupt gezählte Bevölkerung hat man für das