Ende des 19. Jahrhunderts ermittelt, daß auf 1000 Männer 991 Frauen ent-fallen, daß also ein Männerüberschuß besteht.
Dieser Uberschuß stammt hauptsächlich daher, daß in Britisch-Indiendas Verhältnis 963, in den Vereinigten Staaten 954 Frauen zu 1000 Männernbetrug. Europa dagegen weist Frauenüberschuß auf — mit einigen Aus-nahmen in der Südostecke, wo Serbien 937, Bulgarien 966, Rumänien 974,Griechenland 986 Frauen auf 1000 Männer haben. In dem übrigen Europa ,wo also Frauenüberschuß besteht, lassen sich die einzelnen Länder wiefolgt gruppieren:
Erste Gruppe mit schwachem Frauenüberschuß (1000:1020): Irland, Finnland, Belgien, Ungarn;
Zweite Gruppe mit mäßigem Frauenüberschuß (1000:1020—1040):Niederlande, Deutsches Reich, Schweiz, Frankreich, Österreich, Italien;
Dritte Gruppe mit starkem Frauenüberschuß (1000:mehr als 1040):Schweden, Spanien, Dänemark, Schottland, England und Wales, Norwegen ,Portugal (Maximum: 1107). 103 )
Große Verschiedenheiten weisen die einzelnen Völker untereinander undjedes einzelne zu verschiedenen Zeiten im Altersaufbau auf, Ver-schiedenheiten, die bekanntermaßen auf sehr verschiedene Weise begründetsein können. Von entscheidender Bedeutung ist vor allem die Besetzung derjugendlichen Altersklassen. Vergleichen wir die Völker in ihrem augen-blicklichen Bevölkerungsstande, so weisen auf eine Besetzung der Alters-klasse unter 15 Jahren mit von Hundert: 104 )
schwach:
24
Bulgarien
stark
35
Belgien
23
Griechenland
32
Frankreich
23
30
24
Jugoslawien
35
Schweden
25
Polen
36
Schweiz
25
Rußland
. 37
Diese Verschiedenheiten des Altersaufbaus ergeben sich aus der verschie-denen Höhe der Geburtenziffern. In dem Maße, wie diese sich geändert hat,hat sich auch der Altersaufbau der Völker im Laufe der Zeit verschoben:die angeführten Länder mit schwacher Besetzung der Jugendklassen wiesen(außer Frankreich ) im Jahre 1910 noch die Ziffern der heutigen, „jugend-lichen“ Völker (über 30 vH.) auf. Sehr lehrreich ist ein Vergleich mit nochetwas weiter zurückliegenden Zeiten, etwa dem Anfang des 19. Jahr-hunderts. Damals waren die jugendlichen Altersklassen in sämtlicheneuropäischen Ländern erheblich stärker besetzt als heute, aber auch schonals im Anfang des 20. Jahrhunderts.