225
während die Geburtenfrequenz in Osteuropa während dieses Zeitraumsunverändert bleibt; sie beträgt:
1801—1860 45,3
1898—1900 45,8
Aber der große Absturz der Geburtenhäufigkeit setzt in Westeuropa erstmit dem Ende des 19. Jahrhunderts ein. 110 ) Vergleichen wir jene Zeit mit■der Gegenwart, so ergibt sich folgendes markante Bild:
Geburten auf 1000 Einwohner:im Jahresdurchschnitt 1880/1890 im Jahre 1936
Holland
34,2
20,1
37,7
22,4
32,0
17,8
30,8
14,8
30,0
15,1
28,1
15,6
Österreich
32,4
13,1
23,9
15,0
32,5
14,8
38,2
19,0
Denselben rapiden Rückgang der Geburtenziffern während des letztenMenschenalters beobachten wir in den Vereinigten Staaten vonAmerika . Vgl. das sehr gehaltvolle Buch von Frank Lorimer undFrederik Osborn, Dynamics of Population (1934), das ich in anderemZusammenhänge noch würdigen werde.
Daß in diesem Zeitraum die europäische Bevölkerung trotz der rasch ab-nehmenden Geburtenzahl noch immer nicht zum Stillstände oder Rückgängegekommen ist, sondern (außer in Frankreich) sogar noch zugenommen hat,ist nur dem Umstande zu danken, daß in derselben Zeit, in der die Geburten-rate so stark zurückging, die Sterberate noch schneller gefallen ist, wiefolgende Übersicht erweist:
Gestorbene auf
1000 Ein
wohner:
im Durchschnitt
1861—1870
1936
26,9
11,8
Österreich
30,3
13,2
30,3
12,2
30,4
15,6
23,6
15,3
23,7
12,2
25,4
8,7
16