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Vom Menschen : Versuch einer geistwissenschaftlichen Anthropologie / Werner Sombart
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einer Kritik der Sprache, 3 Bände, 1896 ff., 3. (!) Auflage, 1923. Der Grund desVersagens liegt wie man es in einem Worte ausdrücken kann, in der Geist-blindheit seines Verfassers. Dieser sieht vor lauter Nominalismus, Psycholo-gismus, Relativismus, Skeptizismus schließlich den Wald vor Bäumennicht mehr.

Einen guten Überblick über den heutigen Stand des Schrifttums enthältG. Ipsen , Sprachphilosophie der Gegenwart, 1930, in: Philosophische For-schungen, Heft 6, mit Verzeichnis der neueren Literatur.

46 ) H. Bergson : die erste Stelle in der deutschen Ausgabe Seite 142f.; diezweite in der 27. ed. fr., 1923, p. 151.

Vgl. die vortreffliche Anhandlung von P. L e c ö n e, Homo faber et homoloquens in der Revue philosophique, 56. annöe Vol. 111, 1931.

47 ) Die Geschichte desPneuma-Begriffes behandelt H. S i e b e c kim 12. Bande der Zeitschrift für Völkerpsychologie und Sprachwissenschaft sowieu. d. T.Neue Beiträge zur Entwicklungsgeschichte des Geistbegriffes im27. Bande des Archivs für Geschichte der Philosophie, 191314. Danach bedeutetPneuma ursprünglich in einem ganz stofflichen Sinne Wind, Luft, Hauch, Wärmeusw. vornehmlich im menschlichen Organismus, also das, was auch die WorteLebensgeist, Spiritus animalis sive vitalis ausdrücken. Die spiritualistische Be-deutung stammt aus dem Hebräischen, wo das Wort Ruach eine ähnliche Wand-lung durchgemacht hat. Paulus ist wohl wesentlich durch den Pneuma-Be-griff bei Philo beeinflußt, bei dem das Wort ebenfalls bereits eine ideelle Bedeu-tung bekommen hatte. Aber erst bei Paulus ist der Pneuma-Begriff ganz los-gelöst vom Wesen der Materie und an Abstraktheit und Geistigkeit über denNusbegriff hinaus gesteigert. Der Pneuma-Begriff erhält sich in seinem ursprüng-lichen, materialistischen Sinne als Begriff des Lebensgeistes, des Spiritus animalisdurch das Mittelalter hindurch, bis tief in die neue Zeit hinein.

48 ) Für Augustinus vgl. außer der genannten Monographie von Dinkler:B. Groethuysen, Philosophische Anthropologie , 1931, 86f.

49 ) Zitiert bei M. D e s s o i r, Abriß einer Geschichte der Psychologie, 1911, 66.

5( >) M. P e r t y, Die Bedeutung der Anthropologie, 1853, 6.

51 ) Für Karl Marx verweise ich auf mein Werk:Der proletarische Sozia-lismus (Marxismus ) 2 Bde., 1924.

52 ) Von Kurt Breysig kommen in Betracht: Kulturgeschichte der Neuzeit,1. Band, 1900. Vom geschichtlichen Werden: Erster Band: Persönlichkeit und Ent-wicklung, 1925. Die Geschichte der Seele, 1931. Naturgeschichte und Menschheits-geschichte, 1933. Der Werdegang der Menschheit vom Naturgeschehen zum Geist-geschehen, 1935.

ss) p i e r r e 1 e C h a r r o n, De la Sagesse Livres, III. 1601, Ch. XXXVII ff.

54 ) Ed. N e u h u s i Theatrum ingenii humani sive de cognoscenda hominum,indole et secretis animi moribus libri duo, 1633, (Benutzte) .editio novissima, 1648.Praefatio p. 3.

55) über die Charakteristik der0 r g u e i 11 e u x des H. Bernhard siehe DeChateaubriand, Le gönie du christianisme, 2, 29.

58) Die differentielle und Geistpsychologie ist erst im letztenMenschenalter zu stärkerer Entwicklung gelangt. Grundlegend William