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Die Olmützer Zusammenkunft und ihre Folgen 147
kend, vielfach verfehlt, oft unverständlich. Aber auch eine bessere hätte1850 in der kurhessischen und in der Unionsfrage Österreich und die vierdeutschen Königreiche, in der schleswig-holsteinischen sogar alle Großmächtegegen sich gehabt. Einer solchen Übermacht Zugeständnisse zu machen,hätte keiner Regierung zur Unehre gereicht. Die politische Lage konntenur durch schnelle und entscheidende kriegerische Erfolge, wie die Friedrichsin den schlesischen Kriegen geändert werden. Dazu aber erscheint die Armeejener Zeit, ihrer Verfassung nach, trotz aller Tapferkeit ungeeignet. Diewenig zahlreichen Linientruppen waren zu schwach zum Niederwerfen vonGroßmächten; die Landwehr brauchte Zeit, um im freien Felde zum schnellund kraftvoll arbeitenden Werkzeug zu werden. Es hätte gelingen können,Österreich und seine Bundesgenossen niederzuringen, der Kampf würde aberauf alle Fälle lange gedauert haben. Am Ende wäre das siegreiche, jedocherschöpfte Preußen durch den Neid der anderen Großmächte um die Früchteseines Sieges und seiner Anstrengungen gebracht worden. Für lange ge-schwächt, wäre es aus dem Ringen hervorgegangen und die Neugestal-tung Deutschlands nur verzögert worden. Es wurde von der kritischenZeit in ungenügender Rüstung überrascht, das ist der Grundfehler in seinerdamaligen Lage, der sich nicht mehr ändern ließ. „Es war gut, daß sichein Manteufsel fand, um einen Frieden wie den Olmützer auf sich zunehmen."
Die erste Folge der Olmützer Abmachungen hatte Hessen zu spüren, dasdurch bayerische und österreichische Truppen der unumschränkten Gewaltdes Kurfürsten wieder unterworfen wurde. Die Auswanderung nahm be-deutenden Umfang an.
Schleswig seufzte seit der Schlacht von Jdstedt bereits unter dem däni-schen Joch; jetzt kam die Reihe an das unerschrockene Holstein, das denKampf weitergeführt hätte, wenn man es Dänemark allein gegenüberließ.Ein österreichisches Korps rückte aber ein und preußische Pioniere schlugenihm die Brücken über die Elbe . Die Landesversammlung löste sich auf,das Heer ward, wie schon berichtet, entlassen; die Statthalterschaft gingaußer Landes. Von den Bundestruppen wurden den Dänen die Wegeüberall geebnet und ihnen sogar die Festungen Rendsburg und Friedrichsort bedingungslos wieder übergeben, obschon sie auf holsteinischem Boden lagen,also zu Deutschland gehörten.
Am 23. Dezember begannen zu Dresden die sogenannten freien Kon-ferenzen über die zukünftige Ordnung des Deutschen Bundes . Obschon essich lediglich um eine innere Angelegenheit Deutschlands handelte, machtesich Rußlands Einfluß doch von Hause aus maßgebend geltend. Der Zar
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