Österreichischer Gegenangriff
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samen Widerstand, folgte dann aber um 8 Uhr abends den übrigen Truppenim Aupatal auf Parschnitz.
Diesmal hatte sich das Zusammenhalten der Kräfte, die einheitliche Ver-wendung der Jnfanteriemassen und mehrfach auch die Stoßtaktik gegen-über der Zersplitterung, wenngleich unter großen Opfern, bewährt.
General v. Bonin verfügte noch über 5 ganz frische Bataillone, dengrößten Teil seiner Artillerie und Kavallerie, glaubte aber doch nicht, vor-wärts der Gebirgsdefileen stehen bleiben zu dürfen, und befahl um 9 Uhrabends den Rückzug zu den Lagerplätzen und Unterkunftsorten des frühenMorgens.
Die Österreicher hatten ihren Sieg teuer erkauft, nämlich durch einenVerlust von 191 Offizieren, 4596 Mann an Toten und Verwundeten,8 Offizieren, 365 Mann an unverwundeten Gefangenen. Auf preußischerSeite blieben 56 Offiziere, 1196 Mann tot oder verwundet; 86 Mannwurden vermißt. Von diesen waren aber nicht einmal alle in Gefangen-schaft geraten — ein gutes Zeichen für die Mannszucht der Truppe imRückzugsgefecht.
Die 1. Gardedivision hatte inzwischen — unbekümmert um das Ge-fecht in ihrer rechten Flanke — den Marsch nach Eipel fortgesetzt. Die2. Gardedivision erreichte links daneben Kosteletz und ließ, auf die Nach-richt vom bedenklichen Stande des Kampfes bei Nachod , die Avantgardenoch gegen Skalitz vorgehen. Ihre Kavallerie warf dabei einige feindlicheEskadrons in glücklicher Attacke zurück.
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Zu erwähnen ist unter den Ereignissen des 27. Juni zum Schluß dasGefecht von Auschwitz (Oswiecim ) an der oberschlesisch-galizischen Grenze.General Graf Stolberg hatte den Auftrag erhalten, gleichfalls auf öster-reichisches Gebiet vorzugehen und durchfurtete am frühen Morgen mit2 Jnfanteriekompagnien, ^/z Jägerkompagnie, 3^ Bataillonen Landwehr2. Aufgebots, 4 Landwehreskadrons und 2 Geschützen die Weichsel , warfdie Vortruppen der zum Schutze Westgaliziens zurückgelassenen österreichi-schen Brigade Trentaglia zurück und erschien vor Oswiecim , wo ein Ba-taillon, 4 Geschütze und 2 Eskadrons jener Brigade standen. Die preußischeLandwehrkavallerie griff die österreichischen Reiter erfolgreich an undmachte eine Anzahl Gefangene. Es gelang aber nicht, den stark besetztenBahnhof zu nehmen, und Graf Stolberg kehrte nach einem Verlust von6 Offizieren, 166 Mann auf preußisches Gebiet zurück. Die Österreicherverloren 7 Offiziere, 71 Mann.