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Wostrnschno auszuholen. Er setzte dorthin die 5. Brigade mit einer Bat-terie und seinem Husarenregiment in Bewegung. Inzwischen erfolgte einVorstoß aus Ober-Lochow gegen die Avantgarde. Er hatte anfangs Er-folg, kam dann aber zum Stehen, als die Preußische Infanterie aus Unter-Lochow gegen Wohawetz vordrang.
General Baron Ringelsheim hatte, wie bekannt, den Eindruck, einergroßen Überlegenheit gegenüberzustehen. Bald nach 8 Uhr, noch ehe diepreußische Umgehungskolonne wirksam geworden war, trat er den Rückzugan. Der Angriff auf Wohawetz fand nur noch geringen Widerstand.Dort traf gegen 9 Uhr auch die 6. Brigade ein, und der gleichfalls an-wesende kommandierende General des 2. Armeekorps v. Schmidt beschloßeinen nächtlichen Angriff auf Gitschin .
Die Dunkelheit hatte auch hier den Rückzug der Österreicher sehr er-schwert und vielfache Verwirrung hervorgerufen. An Ringelsheims Stellesollte eine sächsische Brigade die Sicherung Gitschins übernehmen, waraber noch nicht eingetroffen. So kam es, daß das vorderste preußischeBataillon in den unbewachten westlichen Ausgang der Stadt eindrang underst auf dem Marktplatz unvermutet auf jene eben angekommene Brigadestieß. Von dieser ward es wieder hinausgedrängt. Ein zweiter Vorstoß,zur Befreiung abgeschnittener Mannschaften unternommen, stieß auf einenbereits verstärkten Gegner, und General v. Werder zog seine Infanterie bis700 Meter westlich Gitschin zurück. Die Sachsen besetzten die Ausgänge.
Trotzdem kam es noch zu einem neuen Angriff. General v. Kamienskihatte die 5. Division wieder in Bewegung gesetzt, von Diletz aus denCidlina-Bach überschritten und erschien um Mitternacht von Norden her vorder Stadt. Ein verirrtes österreichisches Bataillon hielt den Vormarscheine Zeitlang auf, ward aber zersprengt und zum Teil gefangen genommen.Der Widerstand am Stadteingange wurde durch Umfassung überwunden,und Gitschin ohne weiteren Kampf besetzt. Die sächsische Leibbrigade hattees schon geräumt und den Rückmarsch fortgesetzt. Einige hundert Ge-fangene sielen den Siegern noch in die Hände.
Die beiden preußischen Divisionen hatten zusammen einen Verlust von71 Offizieren 1470 Mann zu beklagen. Der österreich -sächsische war vielbedeutender, wie es sich aus dem Zusammentreffen des feindlichen Angriffsmit dem Rückzugsentschluß ergab. Das nutzlos gewordene Gefecht kosteteden Verbündeten 211 Offiziere, 5300 Mann, davon 52 Offiziere, 1938Mann an unverwundeten Gefangenen. Es folgte für sie ein aufreibenderNachtmarsch, der nicht ohne Unordnung ablaufen konnte. Die Sachsenund die Kavalleriedivision Edelsheim gelangten am 30. bis Smidar, das