Abreise König Wilhelms auf den Kriegsschauplatz 313
österreichische Korps, von der Preußischen Kavallerie bei Horitz einmal auf-gescheucht, bis Sadowa, die Brigade Ringelsheim sogar bis nahe Königgrätz .
Die bei Gitschin nicht beteiligt gewesenen Truppen Friedrich Karls schlössen bis Sobotka, Ober- und Unter-Bautzen auf. Die Kavallerie bliebzum Teil bei Turnau. Die Elbarmee war, nachdem sie Jungbunzlau frei gefunden hatte, bis in die Gegend von Brezno , östlich davon mar-schiert; die Gardelandwehrdivision folgte bis nahe an Münchengrätz .
Der 30. Juni ^366
Obwohl Prinz Friedrich Karl seine Armee einer mehrtägigen Ruhe fürbedürftig hielt, ließ er seine vorderen Divisionen, die 6.^ 7. und 8. am Nach-mittage noch um einen halben Tagemarsch östlich und südöstlich Gitschinvorgehen. Die übrigen staffelten sich dahinter bis Gitschin ; das Kavallerie-korps wurde auf der Straße nach Miletin hinter der vordersten Infanterie-division untergebracht. Das 1. Gardedragonerregiment vom Kavallerie-korps nahm durch einen Marsch von 73 Kilometer die Verbindung mitder II. Armee bei Königinhof auf.
Die Elbarmee rückte bis Liban vor.
Osterreichische Nachzügler wurden noch vielfach aufgegriffen. Zum Ge-fecht aber kam es nicht.
Die II. Armee blieb an der oberen Elbe stehen, da die Erkundungenzu der Ansicht führten, daß die Erzwingung des Überganges noch nichträtlich sei. Die Absicht aber blieb es, die Vereinigung mit der II. Armeeweiter vorwärts bei Miletin zu suchen. Im allgemeinen herrschte Ruhe.Nur bei Gradlitz kam es von 4 Uhr früh ab zu einer sechsstündigenKanonade zwischen der österreichischen Artillerie und der des preußischen5. Korps. Das 6. Korps rückte heute bis nahe nordöstlich Gradlitz heran.
Der Feldzug gegen die Hannoveraner war beendet; die beiden großenHeere in Böhmen standen miteinander in Verbindung; der schöne Augen-blick war gekommen, wo seit Friedrichs Zeiten zum ersten Male wieder einKönig von Preußen den Oberbefehl über seine Kriegsmacht persönlich über-nehmen konnte. Das große Hauptquartier verließ am 30. Juni frühBerlin . Von Kohlfurt aus erging der telegraphische Befehl: „Die II. Armeehat sich am linken Ufer der oberen Elbe zu behaupten, ihr rechter Flügelbereit, sich dem linken der vormarschierenden I. Armee über Königinhofanzuschließen. Die I. Armee rückt ohne Aufenthalt in der Richtung auf