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2 (1914) Im Zeitalter Kaiser Wilhelms des Siegreichen
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Der Kampf um den Swiep-Wald

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allgemeinen Angriff seines Korps an, als er schwer verwundet wurde, undGeneral v. Molinary an seiner Stelle die Brigade Fleischhacker gegenCistowes, die Brigade Poeckh gegen die Südostecke des Waldes vortrieb,während die Brigade Erzherzog Josef folgte. Der Stoß, mit solcherÜbermacht geführt, glückte. Cistowes und der größte Teil des Waldesging den Preußen wieder verloren; Teile ihrer Infanterie wurden gegenden Holawald und Sadowa zurückgeworfen. Nur in der Südwestecke desSwiepwaldes ballte sich der größere Teil des Regiments 27 zusammenund behauptete sich.

Frische Bataillone der 7. preußischen Division drangen in den Nord-rand ein und folgten demselben in östlicher Richtung, bis sie am Randedas österreichische Geschützfeuer aufhielt. Ein wirres Durcheinander ent-stand im Innern; die höhere Leitung des Gefechts hörte auf; jede Übersichtfehlte. Schon geworfene österreichische Abteilungen gelangten, umkehrend,wieder bis an den Westrand, während hinter ihnen preußische Schützennoch gegen andere Österreicher kämpften. Dann wurde der Westrand vonPreußischer Seite erneut genommen; das Hin- und Herwogen dauerte fort.Endlich aber war die 7. Division, der 2 Bataillone der S. gefolgt waren,nochmals ganz im Besitz des Swiepwaldes. Nur Cistowes blieb in öster-reichischer Hand. Die aus dem Walde vertriebene Brigade Poekh warfast vernichtet". Auch die Sieger aber hatten stark gelitten, ihre Truppen-verbände sich vielfach aufgelöst oder gemischt.

Schon aber drohte eine neue große Gefahr. General v. Molinary,überzeugt, daß der Sieg für Österreich davon abhänge, daß die I. preußischeArmee an der Bistritz geschlagen würde, ehe die II. herankäme, hatte sichan das rechts neben ihm eingetrosfene 2. österreichische Korps mit der Bitteum Hilfe gewendet und Feldmarschalleutnant Graf Thun sie gewährt.Die Brigaden Württemberg und Saffran setzten sich von Nordost her gegenden Swiepwald in Bewegung. Die Artillerielinie, nordwestlich Maslowedverlängert, wurde auf 120 Geschütze gebracht. Diese überschütteten denWald mit ihren Geschossen, während Jnfanteriefeuer das Heraustreten ausden Rändern verwehrte.

Nochmals gelang der mit großer Tapferkeit geführte Angriff, und wiederdrangen die Österreicher durch den ganzen Wald bis zum Westrande vor.Mit Aufbietung aller Kräfte wehrten sich die schwachen preußischen Ab-teilungen, denen die verfrühte Nachricht vom Herannahen des Kronprinzeneinen starken Antrieb zur äußersten Anstrengung gab. Sie kämpften imInnern weiter. Alle aus dem Walde nach rückwärts heraustretendenTruppentrümmer wurden von den Führern gesammelt und wieder hinein-